Weltraum-Philatelie (Verein)

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Der Verein Weltraum-Philatelie e. V. ist ein deutscher Zusammenschluss von Philatelisten, deren Sammelgebiet mit den Themen Weltraumforschung und Weltraumprogrammen in Verbindung steht.

Selbstverständnis

»Der Weltraum-Philatelist (auch Astrophilatelist genannt) sammelt Briefmarken und philatelistische Belege, die - pauschal gesagt – die bemannte und unbemannte Erforschung des Weltraums dokumentieren. Astrophilatelisten bauen ihre Sammlungen unter historischen, technischen und wissenschaftlichen Aspekten auf, die mit Raumforschung und Weltraumprogrammen in Verbindung stehen.

Eine astrophilatelistische Sammlung enthält dabei:

  • Belege, die von einer Postverwaltung zur Beförderung durch Stratosphärenballone, Raketen, Raumschiffe, Raketenflugzeuge, Bergungsschiffe, Rettungshubschrauber und andere unterstützende Luftfahrtzeuge übergeben werden, oder in umgekehrter Folge.
  • Briefmarken, Flugblätter und Vignetten in Bezug auf Raketenpost, Ganzsachen, Mailgrams, Sonderumschläge und -karten in Beziehung zu den verschiedenen Teilen der Weltraumprogramme, einschließlich der zugehörigen Vorläufer, - sowie Start, Flug und Landung von Raumfahrtobjekten und der teilnehmenden Bodenstationen, Schiffen und unterstützenden Luftfahrzeugen.

Besonders charakteristische Belege der Astrophilatelie sind Briefe und Karten, die von der Post am zuständigen Ort und mit dem Datum besonderer Ereignisse gestempelt sind.«[1]

Geschichte

»Ernsthafte Philatelisten, die die Sammelgebiete Raketentechnik und Weltraum pflegten, erkannten spätestens Ende der 60er Jahre, dass sie als Einzelpersonen der steigenden Angebotsflut philatelistischer Ausgaben zu ihren Sammelgebieten machtlos und relativ uninformiert gegenüberstanden. Der Wunsch nach einer Sammlergemeinschaft. die kommerziell unabhängig ist und ihre Mitglieder selbstlos mit Informationen zu früheren, aktuellen und zukünftigen raketentechnisch-weltraumbezogenen Ereignissen versorgt. wurde immer stärker.

Die Geschichte des Vereins: Ende 1971 wurde in München die, Sammelgemeinschaft für Weltraumthematik „IKARUS BRD e. V." gegründet. Durch eine Fusion mit einer weiteren raumfahrtbezogenen Sammlergruppe entstand zum Jahresbeginn 1975 der „Verein für Weltraum-Philatelie e. V." mit Sitz in München. 1976 schloss sich der Verein der Deutschen Motivsammler-Gemeinschaft e. V. (DMG) als Motivgruppe an und wurde eine Arbeitsgemeinschaft und Mitglied im Bund Deutscher Philatelisten (BDPh). Ende 1977 löste sich der Verein in der bestehenden Form auf.

Am selben Tag, dem 3. September 1977, wurde der Verein „Weltraum-Philatelie e. V.“ mit Sitz in Hamburg gegründet. 1988 wurde der Vereinssitz wieder nach München verlagert. Der Verein trat aus der DMG als Motivgruppe aus und ist seither als eigenständige Arbeitsgemeinschaft direkt dem BDPh angegliedert. Nach Veränderungen in der Zusammensetzung des Vorstands wurde der Vereinssitz 2007 nach Stuttgart verlegt.

Sammlerverbindende und länderübergreifende Informationen zu Sammelgebieten gab es im deutschsprachigen Raum früher nur wenige. Aus dem kommerziell getragenen „IKARUS-REPORTER" der Frühzeit entstand dann das namensgleiche Info-Blatt des Vorgängervereins, in dem über technische Raumfahrtbelange und Vereinsinternes berichtet wurde. Rein philatelistische Aspekte wurden im BAG-Mitteilungsblatt „Weltraum-Philatelie" behandelt. Mit Gründung des neuen Vereins im Jahre 1977 flossen die beiden Informationsquellen ineinander, das Mitteilungsblatt ist seit damals namensgleich mit dem Verein. 2001 feierten wir das 25-jährige Bestehen der Arbeitsgemeinschaft Weltraums-Philatelie.

Vereinsvorsitzender ist seit 2015 Peter Esders.«[1]

Publikationen

Interstellares Leben - nur Science Fiction?, 1982.
  • Weltraum-Philatelie - Mitteilungblatt des Vereins (erscheint vierteljährlich).

1982 erschien als Beilage zum Mitteilungsblatt Weltraum-Philatelie die Broschüre Interstellares Leben - nur Science Fiction? (Format DIN A5, 84 Seiten s/w, Auflage 1 000). Behandelt wurden in fünf Kapiteln die Themen:

  • Mythologie
  • Von der Literatur zur Wissenschaft
  • Radioastronomie - Voraussetzung zur Suche nach Extraterrestriern
  • Suche der Jetztzeit, SF auf Marken
  • Raumflugkörper für die Zukunft - Entwicklungen -

In entsprechenden Büchern kann man lesen, daß fast jeder Fachwissenschaftler annimmt, daß Leben auf anderen Planeten möglich ist. Der Normalbürger hat sich dieser These sowieso schon angeschlossen. Wenn man bedenkt, wieviele Bürger "glauben", daß die Erde früher von Raumfahrern besucht wurde, daß UFO's die Erde beobachten und daß der Mensch bestimmt ist, den Weltraum zu erobern, dann könnte dies doch auch in Ihre Sammlung eingehen. ... Zur Einstimmung drei UNO-Abstempelungen zur friedlichen Nutzung des Weltraums.[2]

Kapitel 1 wird eingeleitet mit einer Erläuterung des Begrifffs "interstellar", außerdem werden Definitionen der Gattung Science Fiction von Brian W. Aldiss und Miriam A. de Ford zitiert.

»Dies dürfte für den Anfang reichen, um die beiden Pole festzulegen, zwischen denen wir uns im Nachfolgenden bewegen werden. Im folgenden werden wir uns mit der Prä-Astronautik und der Sternen-/Götter-Mythologie befassen.

Die Prä-Astronautik hat sich im letzten Jahrzehnt immer stärker von einer Utopie zu einer Grenzwissenschaft entwickelt. Durch die Annahme, daß es vor der Zeitenwende (v. Chr.) mehrere Landungen humanoider kosmischer Besucher auf unserer Welt gegeben hat, werden die unterschiedlichsten Frgen und Phänomene in der Vergangenheit unserer Erde transparenter und möglicherweise lösbar.«[3]

Es folgt eine Reihe von Beispielen, die die Thesen der Prä-Astronautik stützen sollen.[4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Eigene Darstellung auf der Webseite des Vereins.
  2. Interstellares Leben ..., Vorwort.
  3. Ebenda, S. 1/2.
  4. Ebenda, S. 1/2-3.