Manfred Pawlak Verlag: Unterschied zwischen den Versionen
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Die ''Manfred Pawlak Großantiquariat und Verlagsgesellschaft mbh'' wurde 1976 gegründet.<ref name="HR">[https://www.handelsregister.de | Die '''Manfred Pawlak Großantiquariat und Verlagsgesellschaft mbh''' wurde 1976 gegründet.<ref name="HR">[https://www.handelsregister.de Gemeinsames Registerportal der Länder]: Handelsregistereintrag Amtsgericht München HRB 51638.</ref><ref>Laut Spiegel war der Verlag "seit den frühen 60iger Jahren auf dem Markt: [https://www.spiegel.de/kultur/scheck-lass-nach-a-430e06cb-0002-0001-0000-000013530208 ''Scheck laß nach''. In: Spiegel Nr. 40/1988, 2. Oktober 1988.]</ref> Gegenstand des Unternehmens war "An- und Verkauf von antiquarischen Büchern und übernommenen Restauflagen sowie Verlag, Vertrieb und Herstellung von Druckwerken aller Art".<ref name="HR" /> | ||
1979 hatte der Verlag die Lizenz für den Nachdruck einer zehnbändigen Edgar-Allan-Poe-Ausgabe erworben. Das Werk, herausgebracht vom Schweizer Walter-Verlag, war von Arno Schmidt und Hans Wollschläger übersetzt worden. Auf dieser Vertragsbasis durfte Pawlak rund 50 000 Exemplare nachdrucken, für drei Mark Lizenzgebühr pro Kassette. 35 000 Kassetten wurden fristgerecht bezahlt, später erfolgten weitere Zahlungen. Wie Recherchen ergaben, waren 89 000 Poe-Kassetten gedruckt worden, 38 658 mehr, als abgerechnet worden waren. <q>Der Delinquent Pawlak ist milde bestraft worden. 169 643,91 Mark hat seine überlastete Buchhaltung schon überwiesen, 50 824,32 Mark allerdings kostet die Wühlarbeit des Wirtschaftsprüfers. Strittig ist noch, ob die Lizenzsumme auf vier Mark pro Kassette angehoben werden darf.</q><ref name="Spiegel">[https://www.spiegel.de/kultur/scheck-lass-nach-a-430e06cb-0002-0001-0000-000013530208 ''Scheck laß nach''. In: Spiegel Nr. 40/1988, 2. Oktober 1988.]</ref> | 1979 hatte der Verlag die Lizenz für den Nachdruck einer zehnbändigen Edgar-Allan-Poe-Ausgabe erworben. Das Werk, herausgebracht vom Schweizer Walter-Verlag, war von Arno Schmidt und Hans Wollschläger übersetzt worden. Auf dieser Vertragsbasis durfte Pawlak rund 50 000 Exemplare nachdrucken, für drei Mark Lizenzgebühr pro Kassette. 35 000 Kassetten wurden fristgerecht bezahlt, später erfolgten weitere Zahlungen. Wie Recherchen ergaben, waren 89 000 Poe-Kassetten gedruckt worden, 38 658 mehr, als abgerechnet worden waren. <q>Der Delinquent Pawlak ist milde bestraft worden. 169 643,91 Mark hat seine überlastete Buchhaltung schon überwiesen, 50 824,32 Mark allerdings kostet die Wühlarbeit des Wirtschaftsprüfers. Strittig ist noch, ob die Lizenzsumme auf vier Mark pro Kassette angehoben werden darf.</q><ref name="Spiegel">[https://www.spiegel.de/kultur/scheck-lass-nach-a-430e06cb-0002-0001-0000-000013530208 ''Scheck laß nach''. In: Spiegel Nr. 40/1988, 2. Oktober 1988.]</ref> | ||
Im Juli 1992 wurde die Gesellschaft wegen Eröffnung eines Konkurses aufgelöst.<ref name="HR" /> | Im Juli 1992 wurde die Gesellschaft wegen Eröffnung eines Konkurses aufgelöst.<ref name="HR" /> | ||
Gleichfalls im Juli 1992 wurde ein '''Neuer Pawlak Verlag''' mit Sitz in Köln gegründet. Allerdings wird Manfred Pawlak im Handelsregisterauszug nicht genannt.<ref>[https://www.handelsregister.de Gemeinsames Registerportal der Länder]: Handelsregistereintrag Amtsgericht Köln HRB 22946.</ref> 1994 wurde die Gesellschaft mit der '''VEMAG Verlags- und Medien AG''' mit Sitz in Köln verschmolzen<ref>Ebenda.</ref><ref>[https://www.handelsregister.de Gemeinsames Registerportal der Länder]: Handelsregistereintrag Amtsgericht Köln HRB 22291.</ref> Werke phantastischer Literatur sind in beiden Verlagen nicht erschienen. | |||
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* Karl Mays ''Reiseerzählungen in Einzelausgaben'', 74 Bände, 1983, Taschenbuch und Hardcover. Die Einbandzeichnungen stammten von Helmut Preiss. | * Karl Mays ''Reiseerzählungen in Einzelausgaben'', 74 Bände, 1983, Taschenbuch und Hardcover. Die Einbandzeichnungen stammten von Helmut Preiss. | ||
* Collection Jules Verne. 100 Bände, 1984. | * Collection Jules Verne. 100 Bände, 1984. | ||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||
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* Eintrag Manfred Pawlak Verlag in der [https://www.karl-may-wiki.de/index.php/Manfred_Pawlak_Verlag Karl-May-Wiki]. | * Eintrag Manfred Pawlak Verlag in der [https://www.karl-may-wiki.de/index.php/Manfred_Pawlak_Verlag Karl-May-Wiki]. | ||
* Bibliographie zur ''Karl May-Edition'' in der [https://buecher.karl-may-wiki.de/verlagdetails.php?_id=4 Karl-May-Wiki]. | * Bibliographie zur ''Karl May-Edition'' in der [https://buecher.karl-may-wiki.de/verlagdetails.php?_id=4 Karl-May-Wiki]. | ||
* [https://www.j-verne.de/verne_edit2.html Jules- | * [https://www.j-verne.de/verne_edit2.html Deutschsprachige Ausgaben der Werke Jules Vernes - Teil 2] von Andreas Fehrmann. | ||
* [https://www.vemag-medien.de Website] der VEMAG Verlags- und Medien AG. | |||
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Aktuelle Version vom 21. Januar 2025, 00:11 Uhr
Der Manfred Pawlak Verlag war ein deutscher Buchverlag mit Sitz in
Herrsching am Ammersee.
Geschichte
Die Manfred Pawlak Großantiquariat und Verlagsgesellschaft mbh wurde 1976 gegründet.[1][2] Gegenstand des Unternehmens war "An- und Verkauf von antiquarischen Büchern und übernommenen Restauflagen sowie Verlag, Vertrieb und Herstellung von Druckwerken aller Art".[1]
1979 hatte der Verlag die Lizenz für den Nachdruck einer zehnbändigen Edgar-Allan-Poe-Ausgabe erworben. Das Werk, herausgebracht vom Schweizer Walter-Verlag, war von Arno Schmidt und Hans Wollschläger übersetzt worden. Auf dieser Vertragsbasis durfte Pawlak rund 50 000 Exemplare nachdrucken, für drei Mark Lizenzgebühr pro Kassette. 35 000 Kassetten wurden fristgerecht bezahlt, später erfolgten weitere Zahlungen. Wie Recherchen ergaben, waren 89 000 Poe-Kassetten gedruckt worden, 38 658 mehr, als abgerechnet worden waren. Der Delinquent Pawlak ist milde bestraft worden. 169 643,91 Mark hat seine überlastete Buchhaltung schon überwiesen, 50 824,32 Mark allerdings kostet die Wühlarbeit des Wirtschaftsprüfers. Strittig ist noch, ob die Lizenzsumme auf vier Mark pro Kassette angehoben werden darf.
[3]
Im Juli 1992 wurde die Gesellschaft wegen Eröffnung eines Konkurses aufgelöst.[1]
Gleichfalls im Juli 1992 wurde ein Neuer Pawlak Verlag mit Sitz in Köln gegründet. Allerdings wird Manfred Pawlak im Handelsregisterauszug nicht genannt.[4] 1994 wurde die Gesellschaft mit der VEMAG Verlags- und Medien AG mit Sitz in Köln verschmolzen[5][6] Werke phantastischer Literatur sind in beiden Verlagen nicht erschienen.
Verlagsprogramm
Der Verlag produzierte vorwiegend Sach- und Ratgeberbücher und hatte sich auf Vorlage:WP-Link und Lizenzausgaben spezialisiert.[3]
Es gab drei umfangreiche Lizenzausgaben:
- Edgar-Allan-Poe-Ausgabe. 10 Bände, 1979.
- Karl Mays Reiseerzählungen in Einzelausgaben, 74 Bände, 1983, Taschenbuch und Hardcover. Die Einbandzeichnungen stammten von Helmut Preiss.
- Collection Jules Verne. 100 Bände, 1984.
Weblinks
- Scheck laß nach. In: Spiegel 40/1988, 2. Oktober 1988.
- Eintrag Manfred Pawlak Verlag in der Karl-May-Wiki.
- Bibliographie zur Karl May-Edition in der Karl-May-Wiki.
- Deutschsprachige Ausgaben der Werke Jules Vernes - Teil 2 von Andreas Fehrmann.
- Website der VEMAG Verlags- und Medien AG.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Gemeinsames Registerportal der Länder: Handelsregistereintrag Amtsgericht München HRB 51638.
- ↑ Laut Spiegel war der Verlag "seit den frühen 60iger Jahren auf dem Markt: Scheck laß nach. In: Spiegel Nr. 40/1988, 2. Oktober 1988.
- ↑ 3,0 3,1 Scheck laß nach. In: Spiegel Nr. 40/1988, 2. Oktober 1988.
- ↑ Gemeinsames Registerportal der Länder: Handelsregistereintrag Amtsgericht Köln HRB 22946.
- ↑ Ebenda.
- ↑ Gemeinsames Registerportal der Länder: Handelsregistereintrag Amtsgericht Köln HRB 22291.