Rolf Gindorf: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Rolf Gindorf''' (* 14. Mai 1939 in {{WP=Köln Köln}}; † 26. März 2016) war ein deutscher {{WP|1=Sexualforschung Sexualwissenschaftler}}. Er galt als einer der Pioniere der modernen deutschen Sexualforschung.
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'''Rolf Gindorf''' (* 14. Mai 1939 in {{WP|1=Köln Köln}}; † 26. März 2016) war ein deutscher {{WP|1=Sexualforschung Sexualwissenschaftler}}. Er galt als einer der Pioniere der modernen deutschen Sexualforschung.


== Leben ==
== Leben ==
Gindorf besuchte ein Dolmetscher-Institut und erwarb Abschlüsse in Französisch, Englisch, Spanisch und Arabisch. Er war Mitglied der [[Mensa International]] und arbeitete zunächst als [[Übersetzer]]. Nach berufsbegleitender Weiterbildung an der [[Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie]] in den Fächern Wirtschaft, Recht und Sozialwissenschaft war er erfolgreich als Export-Unternehmer tätig (Maschinen und Anlagen nach Nah- und Fernost). Dann studierte er Sexualwissenschaft, Soziologie und Psychologie an der [[Universität Düsseldorf]], am [[Institute for Advanced Study of Human Sexuality]], [[San Francisco]] (CA), und an der [[Maimonides University]], [[Miami]] (FL). An der Maimonides University erfolgte die Promotion zum Ph.D. in Clinical Sexology, anschließend war er bis 2009 Clinical Assistant Professor an der [[American Academy of Clinical Sexologists]] in [[Orlando (Florida)|Orlando]] (FL).
Gindorf besuchte ein Dolmetscher-Institut und erwarb Abschlüsse in Französisch, Englisch, Spanisch und Arabisch. Er war Mitglied der {{WP|1=Mensa_International Mensa International}} und arbeitete zunächst als {{WP|1=Übersetzer Übersetzer}}. Nach berufsbegleitender Weiterbildung an der {{WP|1=Verwaltungs-_und_Wirtschaftsakademie Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie}} in den Fächern Wirtschaft, Recht und Sozialwissenschaft war er erfolgreich als Export-Unternehmer tätig (Maschinen und Anlagen nach Nah- und Fernost). Dann studierte er Sexualwissenschaft, Soziologie und Psychologie an der {{WP|1=Universität_Düsseldorf Universität Düsseldorf}}, am {{WP|1=Institute_for_Advanced_Study_of_Human_Sexuality Institute for Advances Stuy of Human Sexuality}}, {{WP|1=San_Francisco San Francisco}} (CA), und an der {{WP|1=Maimonides_University Maymonides_University}}, {{WP|1=Miami Miami}} (FL). An der Maimonides University erfolgte die Promotion zum Ph.D. in Clinical Sexology, anschließend war er bis 2009 Clinical Assistant Professor an der {{WP|1=American_Academy_of_Clinical_Sexologists American Acydemy of Clinical Sexologists}} in {{WP|1=Orlando_(Florida) Orlando}} (FL).


Gindorf leitete als [[Sexualforschung|Klinischer Sexologe]] das „[[DGSS-Institut]]“: das Institut für Lebens- und Sexualberatung der DGSS ([[Deutsche Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung]]) in [[Düsseldorf]], mit [[Schwul]]en- und [[Aids]]beratung. Er war Präsident (1971–1979), Vizepräsident (bis 2004) und Ehrenpräsident der DGSS. Im Jahr 2004 erhielt er die [[Magnus-Hirschfeld-Medaille]] für besondere Verdienste um die [[Sexualreform]].
Gindorf leitete als {{WP|1=Sexualforschung Klinischer Sexologe}} das „{{WP|1=DGSS-Institut DGSS-Institut}}“: das Institut für Lebens- und Sexualberatung der DGSS ({{WP|1=Deutsche_Gesellschaft_für_Sozialwissenschaftliche_Sexualforschung Deutsche Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung}}) in {{WP|1=Düsseldorf Düsseldorf}}, mit Schwulen- und Aidsberatung. Er war Präsident (1971–1979), Vizepräsident (bis 2004) und Ehrenpräsident der DGSS. Im Jahr 2004 erhielt er die {{WP|1=Magnus-Hirschfeld-Medaille Magnus-Hirschfeld-Medaille}} für besondere Verdienste um die Sexualreform.


Seine Hauptarbeitsgebiete waren u. a.: [[Sexualmedizin|Sexualberatung und -therapie]]; [[Schwul]]enberatung (als Erster 1971), [[AIDS#Vorbeugung|AIDS-/HIV-Prävention]] (1983 erste deutsche Arbeitsgruppe); theoretische Grundlagen der Sexualwissenschaft; Internet-Präsentation (1996 erste deutschsprachige sexologische Webseiten). Er war Autor und (Mit-)Herausgeber von über 60 sexualwissenschaftlichen Publikationen, darunter acht Büchern (in Deutsch und Englisch).
Seine Hauptarbeitsgebiete waren u. a.: {{WP|1=Sexualmedizin Sexualberatung und -therapie}}; Schwulenberatung (als Erster 1971), {{WP|1=AIDS#Vorbeugung AIDS-/HIV-Prävention}} (1983 erste deutsche Arbeitsgruppe); theoretische Grundlagen der Sexualwissenschaft; Internet-Präsentation (1996 erste deutschsprachige sexologische Webseiten). Er war Autor und (Mit-)Herausgeber von über 60 sexualwissenschaftlichen Publikationen, darunter acht Büchern (in Deutsch und Englisch).


Zu seinen internationalen Mitgliedschaften, Funktionen und Ehrungen zählen u. a.: Wissenschaftsrat, [[Shanghai Sex Sociology Research Center]]; [[World Association for Sexual Health]] (WAS); [[European Federation of Sexology]] (EFS); [[Society for the Scientific Study of Sexuality]] (SSSS); [[Sexuality Information and Education Council of the United States]] (SIECUS); Editorial Boards, [[Journal of Homosexuality]] und 'Sexuality and Culture'; International Scientific Committees, XIII. (1997, Valencia) und XIV. (1999, Hongkong) World Congress of Sexology sowie 6. Congress of the European Federation of Sexology (2002, Limassol/Zypern).
Zu seinen internationalen Mitgliedschaften, Funktionen und Ehrungen zählen u. a.: Wissenschaftsrat, {{WP|1=Shanghai_Sex_Sociology_Research_Center Shanghai Sex Sociology Research Center}}; {{WP|1=World_Association_for_Sexual_Health World Association for Sexual Health}} (WAS); {{WP|1=European_Federation_of_Sexology European Federation of Sexology}} (EFS); {{WP|1=Society_for_the_Scientific_Study_of_Sexuality Society for the Scientific Study of Sexuality}} (SSSS); {{WP|1=Sexuality_Information_and_Education_Council_of_the_United_States_Sexuality Information and Education Council of the United States}} (SIECUS); Editorial Boards, {{WP|1=Journal_of_Homosexuality Journal of Homosexuality}} und 'Sexuality and Culture'; International Scientific Committees, XIII. (1997, Valencia) und XIV. (1999, Hongkong) World Congress of Sexology sowie 6. Congress of the European Federation of Sexology (2002, Limassol/Zypern).


== Schwerpunkt: Homosexualität ==
== Schwerpunkt: Homosexualität ==
Gindorfs besonderes Engagement galt der [[Homosexualität]] in Forschung, Beratung und Privatleben. Schon 1964 machte er seine eigene Homosexualität in einem Zeitschriften-Aufsatz öffentlich. 1971 gründete er den „Düsseldorfer Arbeitskreis Homosexualität und Gesellschaft“, der erfolgreiche Lobby-Arbeit u. a. für schulische Sexualreformen leistete. 1976 konzipierte und organisierte er die ersten [[Volkshochschul-Kurse für Schwule und Lesben]].
Gindorfs besonderes Engagement galt der {{WP|1=Homosexualität Homosexualität}} in Forschung, Beratung und Privatleben. Schon 1964 machte er seine eigene Homosexualität in einem Zeitschriften-Aufsatz öffentlich. 1971 gründete er den „Düsseldorfer Arbeitskreis Homosexualität und Gesellschaft“, der erfolgreiche Lobby-Arbeit u. a. für schulische Sexualreformen leistete. 1976 konzipierte und organisierte er die ersten Volkshochschul-Kurse für Schwule und Lesben.


Gindorf lebte fast 50 Jahre in festen schwulen Beziehungen, seit 1977 mit [[Wolfgang Gindorf]], geb. Christiaens. Gemeinsam klagten sie sich mit ihrem Heiratswunsch durch alle Instanzen bis zum [[Bundesverfassungsgericht]], das zwar die Klage nicht zuließ, aber dem Gesetzgeber nahelegte, für heiratswillige Schwule und Lesben ein Rechtsinstitut zu schaffen. Dies führte dann zum [[Lebenspartnerschaftsgesetz]], aufgrund dessen die beiden am 1. Oktober 2001 als erstes Paar standesamtlich heirateten.
Gindorf lebte fast 50 Jahre in festen schwulen Beziehungen, seit 1977 mit {{WP|1=Wolfgang_Gindorf Wolfgang Gindorf}}, geb. Christiaens. Gemeinsam klagten sie sich mit ihrem Heiratswunsch durch alle Instanzen bis zum {{WP|1=Bundesverfassungsgericht Bundesverfassungsgericht}}, das zwar die Klage nicht zuließ, aber dem Gesetzgeber nahelegte, für heiratswillige Schwule und Lesben ein Rechtsinstitut zu schaffen. Dies führte dann zum Lebenspartnerschaftsgesetz, aufgrund dessen die beiden am 1. Oktober 2001 als erstes Paar standesamtlich heirateten.
 
== Science Fiction-Fandom ==
Gindorf war Herausgeber und Redakteur mehrerer [[Science Fiction]]-[[Fanzine]]s und Besucher verschiedener Science Fiction-Convente. Dazu zählten der [[NiederrheinCon 1958]], [[NiederrheinCon 1963|1963]] und [[NiederrheinCon 1964|1964]] sowie viele Jahre später auch etliche [[Oldiecon]]s. Gindorf gehörte seinerzeit der [[SF-Gruppe Düsseldorf-Duisburg]] an.


== Weblinks ==
== Weblinks ==
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* [http://www.sexologie.org/rolfgindorf.htm Weitere Einzelheiten (mit Bild)]
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* [http://www.sexologie.org/topf/b_pub-rg.htm Publikationsverzeichnis]
* [http://www.sexologie.org/topf/b_pub-rg.htm Publikationsverzeichnis]
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{{Personendaten
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|NAME=Gindorf, Rolf
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|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Sexualwissenschaftler
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|GEBURTSORT=[[Köln]]
|STERBEDATUM=26. März 2016
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Aktuelle Version vom 3. Dezember 2025, 23:01 Uhr

Dieser Text basiert auf dem Artikel Rolf Gindorf aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC BY-SA 4.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Rolf Gindorf (* 14. Mai 1939 in Köln; † 26. März 2016) war ein deutscher Sexualwissenschaftler. Er galt als einer der Pioniere der modernen deutschen Sexualforschung.

Leben

Gindorf besuchte ein Dolmetscher-Institut und erwarb Abschlüsse in Französisch, Englisch, Spanisch und Arabisch. Er war Mitglied der Mensa International und arbeitete zunächst als Übersetzer. Nach berufsbegleitender Weiterbildung an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in den Fächern Wirtschaft, Recht und Sozialwissenschaft war er erfolgreich als Export-Unternehmer tätig (Maschinen und Anlagen nach Nah- und Fernost). Dann studierte er Sexualwissenschaft, Soziologie und Psychologie an der Universität Düsseldorf, am Institute for Advances Stuy of Human Sexuality, San Francisco (CA), und an der Maymonides_University, Miami (FL). An der Maimonides University erfolgte die Promotion zum Ph.D. in Clinical Sexology, anschließend war er bis 2009 Clinical Assistant Professor an der American Acydemy of Clinical Sexologists in Orlando (FL).

Gindorf leitete als Klinischer Sexologe das „DGSS-Institut“: das Institut für Lebens- und Sexualberatung der DGSS (Deutsche Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung) in Düsseldorf, mit Schwulen- und Aidsberatung. Er war Präsident (1971–1979), Vizepräsident (bis 2004) und Ehrenpräsident der DGSS. Im Jahr 2004 erhielt er die Magnus-Hirschfeld-Medaille für besondere Verdienste um die Sexualreform.

Seine Hauptarbeitsgebiete waren u. a.: Sexualberatung und -therapie; Schwulenberatung (als Erster 1971), AIDS-/HIV-Prävention (1983 erste deutsche Arbeitsgruppe); theoretische Grundlagen der Sexualwissenschaft; Internet-Präsentation (1996 erste deutschsprachige sexologische Webseiten). Er war Autor und (Mit-)Herausgeber von über 60 sexualwissenschaftlichen Publikationen, darunter acht Büchern (in Deutsch und Englisch).

Zu seinen internationalen Mitgliedschaften, Funktionen und Ehrungen zählen u. a.: Wissenschaftsrat, Shanghai Sex Sociology Research Center; World Association for Sexual Health (WAS); European Federation of Sexology (EFS); Society for the Scientific Study of Sexuality (SSSS); Information and Education Council of the United States (SIECUS); Editorial Boards, Journal of Homosexuality und 'Sexuality and Culture'; International Scientific Committees, XIII. (1997, Valencia) und XIV. (1999, Hongkong) World Congress of Sexology sowie 6. Congress of the European Federation of Sexology (2002, Limassol/Zypern).

Schwerpunkt: Homosexualität

Gindorfs besonderes Engagement galt der Homosexualität in Forschung, Beratung und Privatleben. Schon 1964 machte er seine eigene Homosexualität in einem Zeitschriften-Aufsatz öffentlich. 1971 gründete er den „Düsseldorfer Arbeitskreis Homosexualität und Gesellschaft“, der erfolgreiche Lobby-Arbeit u. a. für schulische Sexualreformen leistete. 1976 konzipierte und organisierte er die ersten Volkshochschul-Kurse für Schwule und Lesben.

Gindorf lebte fast 50 Jahre in festen schwulen Beziehungen, seit 1977 mit Wolfgang Gindorf, geb. Christiaens. Gemeinsam klagten sie sich mit ihrem Heiratswunsch durch alle Instanzen bis zum Bundesverfassungsgericht, das zwar die Klage nicht zuließ, aber dem Gesetzgeber nahelegte, für heiratswillige Schwule und Lesben ein Rechtsinstitut zu schaffen. Dies führte dann zum Lebenspartnerschaftsgesetz, aufgrund dessen die beiden am 1. Oktober 2001 als erstes Paar standesamtlich heirateten.

Science Fiction-Fandom

Gindorf war Herausgeber und Redakteur mehrerer Science Fiction-Fanzines und Besucher verschiedener Science Fiction-Convente. Dazu zählten der NiederrheinCon 1958, 1963 und 1964 sowie viele Jahre später auch etliche Oldiecons. Gindorf gehörte seinerzeit der SF-Gruppe Düsseldorf-Duisburg an.

Weblinks