Verlagspseudonym: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (2 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 11: | Zeile 11: | ||
== Science Fiction == | == Science Fiction == | ||
[[William Brown]] war ein Pseudonym von [[Ernst H. Richter]]. | |||
Nach Richters Tod 1958 verwendete der [[Bewin Verlag]] das Pseudonym William Brown unautorisiert als Verlagspseudonym weiter, das dann von [[Winfried Scholz]] (Pseudonym [[W. W. Shols]]) und [[Hans Peschke]] ([[Pseudonym Harvey Patton]]) bei mehreren Titeln verwendet wurde. Nach einem Einspruch von Richters Erben erschienen weitere Titel im Bewin Verlag unter [[W. Brown]]. | |||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
| Zeile 18: | Zeile 22: | ||
[[Kategorie:Pseudonym]] | [[Kategorie:Pseudonym]] | ||
[[Kategorie:W]] | [[Kategorie:W]] | ||
[[Kategorie: | [[Kategorie:5]] | ||
Aktuelle Version vom 19. November 2024, 16:21 Uhr
|
|
Allgemeines
Eine im Bereich der Unterhaltungsindustrie häufig anzutreffende Sonderform des
Pseudonyms ist das Sammelpseudonym oder Verlagspseudonym: Der fingierte Name wird in diesem Falle nicht einer bestimmten real existierenden Person zugeordnet, sondern von einem Unternehmen zur einheitlichen Publikation von Werken genutzt, die in Wahrheit von verschiedenen Urhebern stammen. Gängige Praxis ist dieses Vorgehen bei Verlagen, die Trivialliteratur in Heftform herausgeben. Eines der bekanntesten Beispiele ist „Dr. Sommer“ aus der Jugendzeitschrift BRAVO: Ursprünglich ein Pseudonym des Autors Dr. med. Martin Goldstein, beantwortete schon bald ein Team von Mitarbeitern unter diesem Pseudonym die Anfragen der jungen Leser. Inzwischen wird offen vom „Dr.-Sommer-Team“ gesprochen.
Schellackplatte mit dem Tonträgerpseudonym Eric Harden der Carl Lindström AG.
Auch Tonträgerkonzerne bedienten sich schon früh eines ähnlichen Konzepts. Ein bekanntes Beispiel ist die Interpretenangabe Orchester Eric Harden, die seit den späten 1920er Jahren unter den verschiedensten Warenzeichen des damals größten europäischen Plattenproduzenten, der Carl Lindström AG, verwendet wurde. Eric Harden war keine existierende Person, sondern konnte für jedes beliebige Studioorchester stehen, das gerade für die benötigten Aufnahmen zur Verfügung stand. Ein anderes jahrelang bedientes Pseudonym der Carl Lindström AG war Fred Lustig. Unter diesem Namen verkaufte der Konzern verschiedene Schlagersänger, so den damals sehr bekannten Luigi Bernauer auf seiner Marke Odeon.
Ein jüngeres Verwendungsbeispiel ist Bert Brac, ein Sammelpseudonym für Begleitmusik-Komponisten des Hörspiellabels Europa. Ein Beispiel mit enormem Einfluss aus der Wissenschaft ist Nicolas Bourbaki. Ein aus der Filmbranche bekanntes Beispiel entstand nicht aus Erwägungen des Produzenten, sondern aus Selbstschutzwunsch: Regisseure, die aus verschiedenen Gründen mit einem ihrer Filme unzufrieden sind (beispielsweise wegen starker Eingriffe der Produzenten), wählen üblicherweise das Notfall-Pseudonym Alan Smithee (in verschiedenen Schreibweisen) oder Thomas Lee.
Pseudonyme, die von mehreren Autoren gemeinschaftlich genutzt werden, werden auch als Gemeinschaftspseudonym oder Kollektivpseudonym bezeichnet. Ein bekanntes Beispiel ist „H. Bustos Domecq“, das von Jorge Luis Borges und Adolfo Bioy Casares für Kollaborationen verwendete Pseudonym. Die Grenzen zwischen Sammel- und Gemeinschaftspseudonym sind fließend, man wird aber bei gemeinschaftlich erstellten Einzelwerken eher von Gemeinschaftspseudonym, bei einer Reihe, die unter einheitlichem Pseudonym erscheint, deren einzelne Bände aber individuelle Verfasser haben, eher von Sammelpseudonym sprechen.
Science Fiction
William Brown war ein Pseudonym von Ernst H. Richter.
Nach Richters Tod 1958 verwendete der Bewin Verlag das Pseudonym William Brown unautorisiert als Verlagspseudonym weiter, das dann von Winfried Scholz (Pseudonym W. W. Shols) und Hans Peschke (Pseudonym Harvey Patton) bei mehreren Titeln verwendet wurde. Nach einem Einspruch von Richters Erben erschienen weitere Titel im Bewin Verlag unter W. Brown.