Horst Adam: Unterschied zwischen den Versionen

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(Die Seite wurde neu angelegt: „'''Horst Adam''' (1949-2010?). Geboren in Wuppertal, gestorben in Solingen. Horst Adam war 1,98 m groß. Sein Vater war Schwebebahnfahrer. Er besuchte ein Gymnasium in Wuppertal-Vohwinkel, ging aber nach der Mittleren Reife ab und absolvierte eine Schriftsetzerlehre in der Druckerei Eugen Huth. Im Verlag Sam. Lucas GmbH lernte er 1967 den Science Fiction-Leser Ronald M. Hahn kennen, der ihn zwar zu missionieren versuchte, es aber nie schaffte, ihn zu ei…“)
 
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Adam, ein Witzbold vor dem Herrn, entwickelte aber spontane Interesse an den Fanzines, die Hahn ihm zu lesen gab, sodass er sich eine Schreibmaschine und einen Vervielfältiger kaufte und sogleich selbst eins herausgab. Sein satirisches ''Adamystisches Null-Uhr-Fuffzehn-Blatt'' verschickte er an alle SF-Fans, von denen Hahn glaubte, sie würden seinen schrägen Humor vermutlich verstehen.
Adam, ein Witzbold vor dem Herrn, entwickelte aber spontane Interesse an den Fanzines, die Hahn ihm zu lesen gab, sodass er sich eine Schreibmaschine und einen Vervielfältiger kaufte und sogleich selbst eins herausgab. Sein satirisches ''Adamystisches Null-Uhr-Fuffzehn-Blatt'' verschickte er an alle SF-Fans, von denen Hahn glaubte, sie würden seinen schrägen Humor vermutlich verstehen.
Da die Bund die beiden 1969 am gleichen Tag zur Luftwaffe einzog, verbrachten sie die folgenden 18 Monate zusammen im niederländischen Budel und im Fliegerhorst Porz-Wahn, wo sie als Betriebsfernsprecher Dienst schoben, Adam im Stab, Hahn bei den Geheimen Eichkatern. In Budel gaben sie untzer dem Titel ''Der NATO-Zwerg'' auch eine anarchoid-komische Bierzeitung heraus, die sie bei den Berufsmilitaristen in Misskredit brachte. Nach der Bundeswehr überredete Hahn Adam, sich dem linksradikalen Klüngel der Arbeitsgemeinschaft Spekulative Thematik anzuschießen, denn der brauchte dringend einen Layouter für die  Zeitschrift ''Science Fiction Times''. Mitte der 1970er Jahre verloren die beiden sich jedoch aus den Augen: Hahn war inzwischen hauptberuflich als Ehemann, Vater und Schriftsteller tätig; Adam verschwand nach Solingen, wo er beim ''Solinger Tageblatt'' die für ihn typischen Possen trieb.  
Da die Bund die beiden 1969 am gleichen Tag zur Luftwaffe einzog, verbrachten sie die folgenden 18 Monate zusammen im niederländischen Budel und im Fliegerhorst Porz-Wahn, wo sie als Betriebsfernsprecher Dienst schoben, Adam im Stab, Hahn bei den Geheimen Eichkatern. In Budel gaben sie untzer dem Titel ''Der NATO-Zwerg'' auch eine anarchoid-komische Bierzeitung heraus, die sie bei den Berufsmilitaristen in Misskredit brachte. Nach der Bundeswehr überredete Hahn Adam, sich dem linksradikalen Klüngel der Arbeitsgemeinschaft Spekulative Thematik anzuschießen, denn die brauchte dringend einen Layouter für die  Zeitschrift ''Science Fiction Times''. Mitte der 1970er Jahre verloren die beiden sich jedoch aus den Augen: Hahn war inzwischen hauptberuflich als Ehemann, Vater und Schriftsteller tätig; Adam verschwand nach Solingen, wo er beim ''Solinger Tageblatt'' die für ihn typischen Possen trieb.  
25 Jahre später meldete e sich telefonisch: Er war irgendwann auf der Straße umgefallen und nach einem mehrmonatigen Koma in einer Klinik wieder aufgewacht. Der Amtsschimmel war während seiner Bewusstlosigkeit davon ausgegangen, er würde, sollte er je wieder aufwachen, nur noch en IQ einer Kartoffel haben: Man hatte seine ganze Habe entsorgt.  
25 Jahre später meldete er sich telefonisch wieder: Er war irgendwann auf der Straße umgefallen und nach einem mehrmonatigen Koma in einer Klinik wieder aufgewacht. Der Amtsschimmel war während seiner Bewusstlosigkeit davon ausgegangen, er würde, sollte er je wieder aufwachen, nur noch en IQ einer Kartoffel haben: Man hatte seine ganze Habe entsorgt.  
„Ich hab nicht mal mehr ‘n Jugendfoto von mir.  
„Ich hab nicht mal mehr ‘n Jugendfoto von mir.  
Dies hatte zum Glück Hahn, der sich inzwischen (wie in seiner eigenen Jugend) wieder mit den örtlichen Beatles herumtrieb. Adam, ebenfalls Beatles-Fan, kreuzte bald an einem von Uwe Anton organisierten SF-Stammtisch in Wuppertal auf. Er war fast der Alte, wenn auch ein bisschen lngsamer. Doch ein, zwei Jahre später kam ein Anruf seiner kleinen Schwester Claudia: Er war mal wieder irgendwo plötzlich umgefallen, diesmal aber nicht wieder aufgewacht. Schade um ihn. Er war ein kreatives Bürschlein und in diversen Bereichen sehr begabt, aber wie Joe Haldeman sagt: „Jack of all Trades, Master of None.“
Dies hatte zum Glück Hahn, der sich inzwischen (wie in seiner eigenen Jugend) wieder mit den örtlichen Beatles herumtrieb. Adam, ebenfalls Beatles-Fan, kreuzte bald an einem von Uwe Anton organisierten SF-Stammtisch in Wuppertal auf. Er war fast der Alte, wenn auch ein bisschen lngsamer. Doch ein, zwei Jahre später kam ein Anruf seiner kleinen Schwester Claudia: Er war mal wieder irgendwo plötzlich umgefallen, diesmal aber nicht wieder aufgewacht. Schade um ihn. Er war ein kreatives Bürschlein und in diversen Bereichen sehr begabt, aber wie Joe Haldeman sagt: „Jack of all Trades, Master of None.“
Die International Science Fiction Data Bank listet unter dem Namen Horst Adam die in Deutschland und Frankreich publizierte SF-Story „Behandlung 31“ auf; diese wurde aber von Ronald M. Hahn geschrieben. Adam hat allerdings mehrere SF-Stories aus dem Englischen und Niederländischen übersetzt und im Verein mit Uwe Anton ein Gruselheftchen verfasst.
Die International Science Fiction Data Bank listet unter dem Namen Horst Adam die in Deutschland und Frankreich publizierte SF-Story „Behandlung 31“ auf; diese wurde aber von Ronald M. Hahn geschrieben. Adam hat allerdings mehrere SF-Stories aus dem Englischen und Niederländischen übersetzt und im Verein mit Uwe Anton ein Gruselheftchen verfasst.

Version vom 29. Juni 2025, 15:47 Uhr

Horst Adam (1949-2010?). Geboren in Wuppertal, gestorben in Solingen.

Horst Adam war 1,98 m groß. Sein Vater war Schwebebahnfahrer. Er besuchte ein Gymnasium in Wuppertal-Vohwinkel, ging aber nach der Mittleren Reife ab und absolvierte eine Schriftsetzerlehre in der Druckerei Eugen Huth. Im Verlag Sam. Lucas GmbH lernte er 1967 den Science Fiction-Leser Ronald M. Hahn kennen, der ihn zwar zu missionieren versuchte, es aber nie schaffte, ihn zu einem echten SF-Fän zu machen.

Adam, ein Witzbold vor dem Herrn, entwickelte aber spontane Interesse an den Fanzines, die Hahn ihm zu lesen gab, sodass er sich eine Schreibmaschine und einen Vervielfältiger kaufte und sogleich selbst eins herausgab. Sein satirisches Adamystisches Null-Uhr-Fuffzehn-Blatt verschickte er an alle SF-Fans, von denen Hahn glaubte, sie würden seinen schrägen Humor vermutlich verstehen. Da die Bund die beiden 1969 am gleichen Tag zur Luftwaffe einzog, verbrachten sie die folgenden 18 Monate zusammen im niederländischen Budel und im Fliegerhorst Porz-Wahn, wo sie als Betriebsfernsprecher Dienst schoben, Adam im Stab, Hahn bei den Geheimen Eichkatern. In Budel gaben sie untzer dem Titel Der NATO-Zwerg auch eine anarchoid-komische Bierzeitung heraus, die sie bei den Berufsmilitaristen in Misskredit brachte. Nach der Bundeswehr überredete Hahn Adam, sich dem linksradikalen Klüngel der Arbeitsgemeinschaft Spekulative Thematik anzuschießen, denn die brauchte dringend einen Layouter für die Zeitschrift Science Fiction Times. Mitte der 1970er Jahre verloren die beiden sich jedoch aus den Augen: Hahn war inzwischen hauptberuflich als Ehemann, Vater und Schriftsteller tätig; Adam verschwand nach Solingen, wo er beim Solinger Tageblatt die für ihn typischen Possen trieb. 25 Jahre später meldete er sich telefonisch wieder: Er war irgendwann auf der Straße umgefallen und nach einem mehrmonatigen Koma in einer Klinik wieder aufgewacht. Der Amtsschimmel war während seiner Bewusstlosigkeit davon ausgegangen, er würde, sollte er je wieder aufwachen, nur noch en IQ einer Kartoffel haben: Man hatte seine ganze Habe entsorgt. „Ich hab nicht mal mehr ‘n Jugendfoto von mir. Dies hatte zum Glück Hahn, der sich inzwischen (wie in seiner eigenen Jugend) wieder mit den örtlichen Beatles herumtrieb. Adam, ebenfalls Beatles-Fan, kreuzte bald an einem von Uwe Anton organisierten SF-Stammtisch in Wuppertal auf. Er war fast der Alte, wenn auch ein bisschen lngsamer. Doch ein, zwei Jahre später kam ein Anruf seiner kleinen Schwester Claudia: Er war mal wieder irgendwo plötzlich umgefallen, diesmal aber nicht wieder aufgewacht. Schade um ihn. Er war ein kreatives Bürschlein und in diversen Bereichen sehr begabt, aber wie Joe Haldeman sagt: „Jack of all Trades, Master of None.“ Die International Science Fiction Data Bank listet unter dem Namen Horst Adam die in Deutschland und Frankreich publizierte SF-Story „Behandlung 31“ auf; diese wurde aber von Ronald M. Hahn geschrieben. Adam hat allerdings mehrere SF-Stories aus dem Englischen und Niederländischen übersetzt und im Verein mit Uwe Anton ein Gruselheftchen verfasst.