Wokeness: Unterschied zwischen den Versionen
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Eine allgemeine Begriffsbestimmung ist schwierig, da die Anhänger der ''Wokeness'' keine homogene Bewegung bilden. Auch scheint es sich eher um eine Fremdbezeichnung als um eine Eigenbenennung zu handeln. Zudem ist es wohl hauptsächlich ein Phänomen der {{WP|1=Soziale_Medien Sozialen Medien}}. Das deutet darauf hin, dass es sich um eine {{WP|1=Graswurzelbewegung Graswurzelbewegung}} handelt, also nicht um eine formal strukturierte Organisation. | Eine allgemeine Begriffsbestimmung ist schwierig, da die Anhänger der ''Wokeness'' keine homogene Bewegung bilden. Auch scheint es sich eher um eine Fremdbezeichnung als um eine Eigenbenennung zu handeln. Zudem ist es wohl hauptsächlich ein Phänomen der {{WP|1=Soziale_Medien Sozialen Medien}}. Das deutet darauf hin, dass es sich um eine {{WP|1=Graswurzelbewegung Graswurzelbewegung}} handelt, also nicht um eine formal strukturierte einheitliche Organisation. | ||
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Version vom 29. August 2024, 22:04 Uhr
»Woke oder auch Wokeness genannt, kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „aufgewacht“ bzw. „wachsam“. Verwendet wird der Begriff heute umgangssprachlich vor allem für die Aufmerksamkeit (Wachsamkeit) bzw. die Feinfühligkeit gegenüber Menschen von Minderheiten und Momenten von Diskriminierungen. Im Fokus der Wokeness-Bewegung stehen vor allem Themen wie Rassismus, Sexismus und ähnliche Diskriminierungen. Nicht selten wird der Begriff aber auch für vermeintlich allgemein strukturelle und politische Missstände benutzt.«[1]
Begriff
Eine allgemeine Begriffsbestimmung ist schwierig, da die Anhänger der Wokeness keine homogene Bewegung bilden. Auch scheint es sich eher um eine Fremdbezeichnung als um eine Eigenbenennung zu handeln. Zudem ist es wohl hauptsächlich ein Phänomen der
Sozialen Medien. Das deutet darauf hin, dass es sich um eine
Graswurzelbewegung handelt, also nicht um eine formal strukturierte einheitliche Organisation.
Kritikansätze
»1. Woke zu sein beruhe nur auf Kritik
Eine häufige Kritik an der Woke-Bewegung ist, dass das Woke-Sein oft nur darauf beruhen würde, andere zu kritisieren, nicht woke genug zu sein. So auch Barack Obama (5,6,7), als er im Jahr 2019 in einem Interview mit der New York Times sagte, dass der Aktivismus junger Menschen heutzutage darauf beruht, andere Menschen an den Pranger zu stellen. So entstehe eine Schwarz-Weiß-Sicht, bei der Raum für Dialog und Aufklärung fehle. Das sei ein Problem, da alle Menschen mehr oder weniger Fehler haben. Ein zu starkes Polarisieren ist ein Muster, das vor allem in den sozialen Medien zu erkennen ist. 2. Voreilige Entwicklung einer Cancel Culture
Weiter sei eine Konsequenz einer Diskussionskultur, die nur aus Kritik bestehen würde, eine vorschnelle Entwicklung in eine Cancel Culture, in der bestimmte Menschen oder Gruppen gänzlich gemieden werden sollen, um ihnen die Plattform zu entziehen. So ist die Befürchtung, dass mitunter auch Menschen oder Gruppen gecancelt werden, die sonst Gutes tun, ohne ihnen Raum für Dialog und Entwicklung zu geben. Marotten würden so zu sehr bestraft werden.
3. Politische Korrektheit
Kontrovers diskutiert wird der Begriff „woke“ auch in Verbindung mit „politischer Korrektheit“, welche eigentlich das Ziel hat Interessen von Minderheiten vor allem durch einen passenden Sprachgebrauch zu stärken und so Diskriminierung zu vermeiden. Kritisiert wird, dass so neue Normen entstünden, die teilweise als Zensur empfunden wird. Von den Kritikern wird dadurch eine Unterwanderung der Meinungsfreiheit durch eine Art Moralismus befürchtet. Allerdings wird dabei selbst die Freiheit kritisiert Diskriminierungen anzusprechen zu dürfen.
Zuletzt sprach der neue Sprecher des US-Repräsentantenhauses Kevin McCarthy von einer "Woke-Indoktrinierung an Schulen", gegen die vorgegangen werden müsse. Der Begriff Indoktrinierung beschreibt eine vehemente, einseitig verzerrte und keine Diskussion zulassende Belehrung, die vor allem in Diktaturen eine zentrale Methode der Propaganda ist. Inwieweit die beiden Begriffe überhaupt in Verbindung stehen können, bleibt dabei fraglich.
4. Woke Washing und Woke Capitalism
Von Woke-Washing und Woke Capitalism spricht man, wenn Marken, Institutionen oder auch Einzelpersonen sich gegen Diskriminierungen bzw. Missstände äußern, aber gleichzeitig gegensätzlich oder gar nicht handeln. So ist die Kritik hier, dass gerade bei Unternehmen ein progressives Selbstbild entstehe, das sich hinter der woken Fassade dennoch einer unnachsichtigen Gewinnmaximierung unterordnet. Das Bild einer nachhaltigen und gleichberechtigten Unternehmenskultur wird so zur Marketingstrategie, statt zu einer eigenen authentischen Identität.«
Konsequenzen
Orwells 1984 und chinesische
Kulturrevolution.
Weblinks
https://www.bedeutungonline.de/was-ist-wokeness-bedeutung-definition-erklaerung/
Presseveröffentlichungen
- Simon M. Ingold: Wokeness heisst die gesteigerte Form der Political Correctness. Neue Zürcher Zeitung, 20. Januar 2020.
- Peter Engelmann: Der neue linke Moralismus spaltet die Gesellschaft. Neue Zürcher Zeitung, 8. Mai 2023.
- Denise Bucher: Die Wokeness ist am Ende. Neue Zürcher Zeitung, 30. Dezember 2023.
- Frank Heer: Hat der Lärm um die Wokeness den Höhepunkt überschritten? Neue Zürcher Zeitung, 17. März 2024 (auf Pressreader.com)
- Simon M. Ingold: Das Ende der Wokeness. Neue Zürcher Zeitung, 23. Juli 2024 (auf Pressreader.com).
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Matthias Kemter: Was bedeutet "woke"?. Stuttgarter Zeitung, 6. November 2023.