Horror
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Horror (
lateinisch für ‚Schauder‘, ‚Grausen‘, ‚Entsetzen‘)[1] ist ein
[1] der
[2]
[3], das
[4],
[5] oder
[6] soll.[2][3] Oft kann die zentrale Bedrohung eines Werkes des Horrors als
[7] für größere Ängste einer Gesellschaft interpretiert werden.
[8]Das Genre findet seine wichtigsten Ausprägungen in der
[9] und dem
[10], außerdem aber auch in der
[11] (z. B.
[12] und
[13]) und der
Kunst, sowie in
[14]en.
Eigenschaften
Charakter des Genres
Grundlegend kann der Horror zur
[15] gezählt werden, da die Grenzen zwischen
[16] und
[17] aufgehoben werden.[4] Den Unterschied zu anderen Vertretern der Phantastik bildet der Umgang mit dem
[18]. Trotz der unzähligen Möglichkeiten der Fiktion bleibt die Welt des Horrors bis auf wenige Ausnahmen oft deckungsgleich mit der Realität. Häufig werden fiktive Charaktere in eine Welt geworfen, bei der der
[19] ansonsten kein Unterschied zur eigenen Realität ausmachen kann. Durch Brüche in dieser Welt, wie übernatürliche bzw. nicht erklärbare
[20]e, erzeugt das Medium
[21],
[22] und
[23].[5] Dabei wird durch diese Phänomene und der realitätsgetreuen, fiktionalen Welt erreicht, dass der Rezipient das Übernatürliche logisch erklären will. Mit diesen Interpretationen spielt das Genre, denn das Erwartete wird gestört und verändert.[6] Trotzdem muss das vermeintlich Unmögliche bis zu einem gewissen Grad durch Erklärungen
[24] werden, damit der Horror als nachvollziehbar verstanden wird.[7]
Abgrenzung zu anderen Genres
Vom
[25] grenzt sich Horror in der Art des Realitätsbruches ab: Während das Unerklärliche in Märchen oft die Lösung oder Rettung darstellt, ist es im Horror für gewöhnlich das Problem.[8] Weitere Abgrenzung lässt sich durch die Legitimation der
[26] finden. Der Horror benötigt keinen Grund, um Gewalt jedes Ausmaßes darzustellen, und einige Vertreter des Genres zeichnen sich gar durch scheinbar sinnlose und exzessive Brutalität aus, wohingegen das Märchen und viele andere Genres klare Gründe für Gewalt anbringen.
Unterschiede zu
[27] und
[28] finden sich im Aufbau der fiktionalen Welt. Während erstere extreme Fantasiewelten schaffen, spiegelt der Horror weitestgehend die reale Welt wieder. Dadurch verändert sich der Effekt des Übernatürlichen ins Gegenteil. In der Fantasy-Welt ist das Übernatürliche Teil der Welt und damit Teil der fiktionalen Weltordnung, während es im Horror die Grundlage von Angst und Grauen darstellt.[9]
Der
[29] hingegen teilt sich mit dem Horror eine realitätsnahe Welt, jedoch wird beim Thriller das Übernatürliche nicht als real existierend angesehen oder zumindest mit den realen
[30]en aufgelöst.
Figuren und Themen
Obwohl der Horror von der Realität trennbar ist und somit unendlich viele Themen zur Verfügung stünden, bilden nur wenige Charaktere und Themen die Grundlage für einen großen Teil des Horrorgenres.[8] Trotzdem gelten Horror und seine klassischen Figuren als extrem wandelbar, was sich unter anderem auf die Aktualität zurückführen lässt, zu der ein Horrorwerk gezwungen ist.[10] Zudem muss er sich mehr als andere Genres an die Entwicklungen und Ängste der Gesellschaft anpassen.[11] Andererseits führen auch die klassischen Halbwesen, wie Tiermenschen,
[31]s und andere, zur Mehrdeutigkeit und Aktualität, da sie keine starren oder festen Eigenschaften besitzen.[12]
Zu den vorherrschenden Elementen gehören
[32],
[33]en,
[34]e,
[35],
[36]e, der
[37],
[38],
[39],
[40],
[41] und
Welten,
[42],
[43],
[44]en,
[45]e,
Magie,
[46],
[47] und
[48].
Geschichte
Vor 1000
Das Horror-Genre hat uralte Ursprünge, mit Wurzeln in
[50] und religiösen Traditionen, die sich auf den
[51], das
nach dem Tod, das Böse, das Dämonische und das Prinzip der in der Person verkörperten Sache konzentrieren.[13] Diese manifestierten sich in Geschichten von Wesen wie
[52]en,
[53],
[54]en,
[55] und
[56]. Die europäische Horrorliteratur etablierte sich durch Werke der
Griechen und
Römer.[14]
Shelleys Frankenstein-Roman von 1818 wurde stark von der Geschichte von
[57] beeinflusst, den
[58] von seinem Tod wiederbelebt. Euripides schrieb Theaterstücke basierend auf der Geschichte, Hippolytos Kalyptomenos und Hippolytus.[15] In
[59]s Parallelbiografien beschreibt der Autor den Geist eines Mörders, Damon, der selbst in einem Badehaus in
[60] ermordet wurde.[16]
der Jüngere (61 bis ca. 113) erzählt die Geschichte von
Kananites, der in
[61] ein Spukhaus kaufte. Athenodorus war misstrauisch, da das Haus zu günstig schien. Während er ein Buch über
[62] schrieb, wurde er von einer in Ketten gefesselten Geistergestalt besucht. Die Gestalt verschwand im Hof; am folgenden Tag fanden die Magistrate im Hof ein unbeschriftetes Grab.[17]
Elemente des Horrorgenres kommen auch in biblischen Texten vor, insbesondere im
der Offenbarung.[18][19]
Nach 1000
[63]Werwolfgeschichten waren in der mittelalterlichen französischen Literatur beliebt. Eines der zwölf
[64] von
de France ist eine Werwolfgeschichte mit dem Titel „
[65]“.
Die Gräfin Yolande gab eine Werwolfgeschichte mit dem Titel „Guillaume de Palerme“ in Auftrag. Anonyme Autoren verfassten zwei Werwolfgeschichten, „Biclarel“ und „Melion“.
Viel Horrorliteratur stammt von grausamen Persönlichkeiten des 15. Jahrhunderts.
[66] lässt sich auf den Prinzen der
[67]
III zurückführen, dessen mutmaßliche Kriegsverbrechen in deutschen Flugblättern veröffentlicht wurden.[20] Die mutmaßlichen Serienmörder-Amokläufe von
de Rais gelten als Inspiration für „
[68]“.[21] Das Motiv der Vampirin leitet sich vor allem von der realen Adligen und Mörderin
Bathory ab und trug im 18. Jahrhundert zur Entstehung der Horrorliteratur bei, beispielsweise durch László Turóczis Buch Tragica Historia von 1729.[22]
18. Jahrhundert
Das 18. Jahrhundert sah die allmähliche Entwicklung der
[70] und des Gothic-Horror-Genres. Es stützte sich auf das schriftliche und materielle Erbe des
[71]s und fand seine Form in
Walpoles wegweisendem und umstrittenem Roman von 1764,
Castle of Otranto. Tatsächlich wurde die Erstausgabe als mittelalterlicher Roman getarnt, der vermeintlich von einem Übersetzer entdeckt und neu veröffentlicht wurde.[23] Sobald das Werk als zeitgenössisch enttarnt wurde, wurde der Roman als
[72],
[73] oder einfach geschmacklos verurteilt, erwies sich allerdings trotzdem als beliebt.[23] Otranto inspirierte
[74] (1786) von
Beckford,
Sicilian Romance (1790),
Mysteries of Udolpho (1794) und
Italian (1796) von
Radcliffe und
Monk (1797) von
Lewis.[23] Ein beträchtlicher Teil der Horrorliteratur dieser Ära wurde von Frauen geschrieben und an ein weibliches Publikum vermarktet.
19. Jahrhundert
[75]
Die Gothic-Tradition erblühte im 19. Jahrhundert zu dem Genre, das moderne Leser heute Horrorliteratur nennen. Einflussreiche Werke und Charaktere, die bis heute in Fiktion und Film ihren Widerhall finden, fanden ihren Ursprung in „
und Gretel“ (1812) der
Grimm, „
[76]“ (1818) von
Shelley, „
Vampyre“ (1819) von
Polidori und „
the Wanderer“ von
Maturin (1820),
Irvings „
Legend of Sleepy Hollow“ (1820),
C. Loudons The Mummy!: Or a Tale of the Twenty-Second Century (1827),
Hugos
Hunchback of Notre Dame (1831),
Peckett Prests Varney the Vampire (1847), die Werke von
Allan Poe, die Werke von
Le Fanu,
Louis Stevensons
Case of Dr Jekyll and Mr Hyde (1886),
Wildes
Picture of Dorian Gray (1890),
G. Wells’
unsichtbare Mann (1897) und
Stokers
[77] (1897). Jedes dieser Werke schuf eine dauerhafte Ikone des Grauens, die in späteren Neuinszenierungen im Druck, der Bühne und der Leinwand zu sehen ist.[24]
20. Jahrhundert
Eine wachsende Verbreitung von Zeitschriften führte um die Jahrhundertwende zu einem Boom des geschriebenen Horrors. Zu den Vertretern zählte beispielsweise
Leroux, der seine
Fantôme de l’Opéra veröffentlichte, bevor sie 1910 zu einem Roman wurde. Ein anderer Autor, der sich auf Horrorliteratur für Mainstream-
[79] wie das
Magazine spezialisierte, war
Robbins, dessen Romane sich thematisch vor allem mit dem Wahnsinn und der Grausamkeit befassten.[25][26] In
[80] machte der Schriftsteller
Beljajew diese Themen in seiner Geschichte Professor Dowell's Head (1925) populär, in der ein Arzt Kopftransplantationen und Reanimationen an aus dem
[81] gestohlenen Körpern durchführt. Später entstanden die ersten Magazine für Horrorautoren, darunter
Tales[27] und
Worlds.[28]
Viele einflussreiche Horrorautoren des frühen 20. Jahrhunderts haben über solche Medien ihre Reichweite entwickelt. Insbesondere der Horrorautor
P. Lovecraft, welcher mit seinem
[82] das Genre des kosmischen Horrors prägte, und
R. James, der
[83] zu dieser Zeit neu bestimmte.[29]
Der
[84] wurde zu einem wiederkehrenden Thema. Sensationsjournalismus und die Berichterstattung der
[85] führten dazu, dass dieses Phänomen über verschiedenen Mörder, wie
the Ripper,
Panzram,
Haarmann oder
Fish, aufrechterhalten wurde. Der Trend setzte sich in der Nachkriegszeit fort, teilweise wiederbelebt durch die Morde von
Gein. 1959 schrieb
Bloch, inspiriert von den Morden, den Roman
[86]. Die 1969 von der
Family begangenen Verbrechen beeinflussten das
[87]-Thema in der Horrorliteratur der 1970er Jahre. Im Jahr 1981 schrieb
Harris den Roman
Drache und stellte damit
Hannibal Lecter vor. 1988 erschien die Fortsetzung des Romans,
Schweigen der Lämmer.
Das frühe Kino wurde von vielen Aspekten der
[88] inspiriert und begründete eine starke Tradition von
[89]en und deren Subgenres, die bis heute andauert. Die
[90]- und
[91]e der 1960er und 1970er Jahre lösten in Bezug auf die grafische Darstellung von Gewalt die
[92]s der 1950er Jahre, wie
From The Crypt und andere Werke von
Comics, ab.[30]
Das moderne
[93]-Thema, das sich mit dem Motiv der lebenden Toten beschäftigt, geht zurück auf Werke wie
P. Lovecrafts Geschichten „Cool Air“ (1925), „In The Vault“ (1926) und „The Outsider“ (1926) oder
Wheatleys „Strange Conflict“ (1941).
Mathesons Roman
Am Legend (1954) beeinflusste ein ganzes Genre
[94] Zombie-Romane, die durch die Filme von
A. Romero versinnbildlicht wurden.
In den späten 1960er und frühen 1970er Jahren bewegte der enorme kommerzielle Erfolg der drei Bücher
Baby (1967) von
Levin,
Exorzist von
Peter Blatty und The Other von
Tryon Verlage dazu, immer mehr Horrorromane zu veröffentlichen und so einen „Horrorboom“ zu verursachen.[31][32]
Ab den 1980er Jahren entwickelten sich die ersten
[95]e,[33] welche sich aufgrund von Einschränkungen der
[96] und
[97] allerdings lange auf schriftliche Beschreibungen oder auf Horrorbilder in den Zwischensequenzen beschränkten.[34] Mit den 1990er Jahren kamen die ersten
[98] Spiele wie
in the Dark (1992), welches 3D-Figuren einführte, auf den Markt.[35] Die technischen Neuerungen ebneten den Weg für bekanntere Vertreter des Horrorspiels, wie das
Evil Franchise (1996), welches den
Horror definierte,[36] oder
Hill (1999), das
Horrorspiele als Genre prägte.[35]
[99]Die Horrorfiktion des späten 20. Jahrhunderts wurde maßgeblich durch die Werke von
King geprägt.[37] Mit
[100],
Shining,
[101],
[102], mehreren Dutzend anderen
[103]en und etwa 200
[104]n[38][39] gilt King als der erfolgreichste Horror-Autor aller Zeiten[40] und prägt das Literatur-Genre bis in die
[105].[41] Andere beliebte Horrorautoren dieser Zeit waren
Rice,
Lumley,
Masterton,
Herbert,
Koontz,
Barker,[42]
Campbell[43] und
Straub.
21. Jahrhundert
Während Horrorspiele bis in die 1990er Jahre von Horrorfilmen inspiriert waren, beeinflussten Horrorspiele später die Horrorfilme in den 2000er Jahren.[44] Der Erfolg von
Evil und
of the Dead entfachte in den 2000er Jahren ein erneutes Interesse an Zombiefilmen und beeinflusste Hit-Zombiefilme wie
Days Later (2002), die
[106]-Filmreihe,
of the Dead (2004) und
of the Dead (2004).[45][46][47] Mit dem Wachstum von
[107]en in den 2010er-Jahren erfuhren Horrorspiele, als bis dahin experimentelles Genre, ebenfalls einen Popularitätszuwachs. Zudem erfreuen sich Horrorspiele in
Plays und
[108] einer besonderen Beliebtheit, weswegen sie seit den frühen 2010er-Jahren[48] besonders von den neuen Medien profitieren.[49]
Neben den Zombiefilmen war ein großer Teil des im neuen Jahrhundert kommerziell erfolgreichen Horrorfilms von
[109]n und
[110] sowohl amerikanischer als auch asiatischer Filme geprägt. An amerikanischen Horrorfilmen wurden dabei vor allem die Filme der 1970er- und 1980er-Jahre wiederverwertet – Beispiele dafür sind
Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003) und
Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (2006) von
Aja.
Romeros
of the Dead von 1978 erfuhr gleich zwei Neufassungen: einmal in dem rasant inszenierten Remake von
Snyder,
of the Dead (2004), das andere Mal in der Horror-Parodie
of the Dead aus demselben Jahr. Der asiatische Horrorfilm fand durch den Videoverleih und amerikanische Remakes ein internationales Publikum. So wurden unter anderem erfolgreiche japanische Filmserien wie
[111] (1998) und
[112] (2000) als
[113] (2002) und
Grudge (2004) neu verfilmt. Mit dem bereits 1999 gedrehten
Sixth Sense und
Others (2001) wurde aber auch der Geisterfilm neu belebt.
Einzelnachweise
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