Utopia - Furcht und Hoffnung in Science Fiction
Die Ausstellung Utopia - Furcht und Hoffnung in Science Fiction - Science Fiction kritisch betrachtet fand vom 14. Juni bis 31. Juli 1971 und vom 1. September bis 30. November 1971 im Evangelischen Forum Berlin statt.[1]
Veranstalter
Veranstalter war das Evangelische Forum Berlin.
Thema und Inhalt
Fesselnd von der ersten bis zur letzten Zeile sind zahllose der immer beliebter werdenden Science Fiction-Erzählungen, die schon manchen vom Kriminalroman abgebracht haben: Fremde Wesen aus anderen Sternensystemen bedrohen die Erde - die Menschen leben in vollautomatischen Häusern, deren Einrichtungen jedes denkbare Bedürfnisse befriedigen - Mutanten, mit übermenschlichen Kräften ausgestattet, durch biologische Manipulation geschaffene Superwesen, durchstreifen die Weiten des Kosmos - die Reise zu fremden Welten ist so selbstverständlich, wie heute die Benutzung des Autos.
Lektüre dieser Art kann sicher unterhaltend sein. Doch was bedeutet sie über die reine Unterhaltung hinaus, welche Bilder künftiger Gesellschaften entwirft sie, welchen Ideologien gibt sie Raum?
Dieser Frage geht das Evangelische Forum Berlin mit seiner neuen Ausstellung "Utopia - Furcht und Hoffnung in Science Fiction" nach, die vom 14. Juni 1971 an geöffnet ist. In großen Zügen verfolgt sie die Entwicklung des utopischen Denkens aus frühester Zeit bis heute, um dann zahlreiche Darstellungen aus dem Bereich der modernen Science Fiction kritisch zu untersuchen. Ein Ergebnis: Meist verausgabt sich die Phantasie der Schreiber auf technischem Gebiet. Im Bereich der Gesellschaftsordnung, der Besitz- und Herrschaftsverhältnisse dagegen scheint sie zu versagen, begnügt sie sich mit einer Verewigung der Gegenwart, Große, allmächtige Führergestalten werden verherrlicht, Konflikte gewalttätig und kriegerisch gelöst, andere Sterne sind Kolonien der Erde, die menschliche Rasse allen anderen überlegen. Die meisten, wenn auch nicht alle Zukunftsbilder erweisen sich als Ausdruck gegenwärtiger Ängste und Hoffnungen, meist vergrößert und vergröbert.
Roboter und Mutanten aus Comics an den Wänden, zahlreiche Bücher aus Utopie, Science Fiction (SF) und Futurologie auf den Regalen und "Big Brother", der den Altar vom heiligen Atom umrahmt, dessen Priester "in der Kraft des Spektrums, des Quants und des heiligen Angström" verkünden - drei übersichtliche Ausstellungsräume die dem, der einige Zeit verweilt, zumindest interessante Denkanstöße vermitteln können.
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Ausstellung
Evangelisches Forum Berlin, Berlin 30, Marburger Straße 3, geöffnet montags bis sonnabends von 10 bis um 18 Uhr, vom 14. Juni 1971 bis zum 31. Juli 1971 und vom 1. September 1971 bis zum 30. November 1971 - Eintritt frei.
Einzelnachweise
- ↑ Andromeda Nachrichten Nr. 8, Juli 1971, S. .
- ↑ Berliner Tagesspiegel, 13. Juni 1971.