Georg Ruppelt 2
Dr. Georg Ruppelt (* 3. Oktober 1947 in Salzgitter) ist ein deutscher Bibliothekar.
Leben
Georg Ruppelt machte 1966 das Abitur in Salzgitter. Anschließend absolvierte er eine dreijährige Dienstzeit bei der Bundeswehr. Er studierte Geschichte, Germanistik, Pädagogik und Philosophie in Göttingen und Braunschweig; Staatsexamen 1974. Interdisziplinäre Dissertation „Schiller im nationalsozialistischen Deutschland“ (Stuttgart: Metzler 1979); Promotion in Braunschweig.
Berufsweg
- Bibliotheksreferendar in Wolfenbüttel und Köln 1977–1979; Direktionsassistent und Abteilungsleiter an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg sowie nebenamtlicher Dozent an der Universität 1979–1987.
- 1987-2002 Stellvertreter Paul Raabes und Leiter des Bibliotheksbereichs der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.
- 2002-2015 Direktor der Niedersächsischen Landesbibliothek (seit 2005 Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek).
- 2004 Gründung der Akademie für Leseförderung in Trägerschaft der Stiftung Lesen und des Landes Niedersachsen.
- 2007 Aufnahme des Leibniz-Briefwechsels in das UNESCO-Weltdokumentenerbe.
- 2009-2015 mehrphasiger Um- und Erweiterungsbau der Bibliothek.
- 2002, 2005, 2007 und 2011 Initiierung von vier internationalen Kongressen und deren Dokumentation zum Thema „NS-Raubgut“ in Hannover. 2013 Initiierung einer Publikation zum Thema „Displaced Persons Camps“.
- 2015 Aufnahme des Goldenen Briefes des birmanischen Königs Alaungphaya von 1756 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe.
Weblinks
Webseite von Dr. Georg Ruppelt.
Ehrenamtamtliche Tätigkeit
- 1979–1987 Vorsitzender des Vereins Deutscher Bibliothekare, Landesverband Hamburg;1979–1990 Erweiterter Vorstand des Vereins Deutscher Bibliothekare, Bundesverband;
- 1990–1998 Vorstand des Deutschen Bibliotheksverbandes, Vorsitzender 1995–1998;
- Kuratorium Deutscher Literaturfonds 1990–1998;
- Vizepräsident (1995–2000), dann Präsident (2000–2006) des Dachverbandes „Bibliothek & Information Deutschland“, dem u. a. auch das Goethe-Institut und die Bertelsmann Stiftung angehören;
- Vizepräsident des Deutschen Kulturrates 2003–2011;
- Beirat Goethe-Institut 1995–2000;
- Vorstand der Stiftung Lesen 1996–2005, Vorsitzender 2001–2005;
- Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission 2000–2006;
- als Präsident des Nationalen Organisationskomitees seit 2000 Vorbereitungen zum Weltkongress der Bibliothekare in Berlin (IFLA); 2003 Leitung des Kongresses – mit 4600 Teilnehmern aus 133 Nationen der bis dato größte seiner Art; Zweiter Sprecher der Deutschen Literaturkonferenz 2001–2012;
- Beirat Leipziger Buchmesse 2000–2006;
- Vorstand Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft seit 2003;
- Stiftung Haus der Geschichte, Beirat gesellschaftliche Gruppen, 2007–2014;
- Wissenschaftlicher Beirat der Arbeitsstelle Provenienzforschung beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, 2008–2014;
- Expertengremium des Deutschen Kulturrates zum NS-Raubgut, 2014;
- Förderbeirat Deutsches Zentrum für Kulturgutverluste Magdeburg seit 2015;
- Präsidium Heimatbund Niedersachsen seit 2015; Vizepräsident seit 2019.
Autor und Herausgeber
Monographien und Aufsätze zum Buch- und Bibliothekswesens, zur Kulturgeschichte und -politik, zur Literatur- und niedersächsischen Regionalgeschichte sowie belletristische und journalistische Veröffentlichungen (s. Publikationsverzeichnis).
Ehrungen
- Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 2005.
- Bei Olms erschien 2006 der Georg Ruppelt gewidmete Band „Aufbruch als Ziel“,
- bei Weidmann zu seinem 65. Geburtstag 2012 der Band „Erlebtes – Erlesenes – Erdachtes“.
- Cord-Borgentrick-Stein des Heimatbundes Niedersachsen und der Landeshauptstadt Hannover 2014.
- Theodor-Fuendeling-Plakette des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Landesverband Nord 2015