Alles nur Science-Fiction

Digitale Tagung des Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Die digitale Tagung Alles nur Science-Fiction! Oder doch nicht? fand am 4. Oktober 2021 statt.
Veranstalter
Veranstalter war das Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Zielsetzung
Wie sieht die Welt im Jahr 2070 aus? Spannende, überraschende und manchmal irritierende Antworten auf diese Frage präsentierten Anfang Oktober bekannte Science-Fiction-Autorinnen und -Autoren bei der digitalen Veranstaltung „Alles nur Science-Fiction! Oder doch nicht?“. Die Zukunftsszenarien hatten sie einige Wochen zuvor in einem Workshop gemeinsam entwickelt. Jetzt konnten sich Zuschauende mit Fragen und eigenen Ideen einbringen – und nutzten rege diese Möglichkeit.
Zu der Veranstaltung hatte das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingeladen. Das Ziel: Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen Science-Fiction-Literatur und der wissenschaftlichen strategischen Vorausschau („
Foresight“) herauszufinden. Dabei sollten gezielt Brücken zwischen Science Fiction und der strategischen Vorausschau geschlagen werden und der Foresight-Prozess neue Impulse bekommen.
„Nicht erst seit der Pandemie, aber durch diese noch einmal deutlich verstärkt, ist unsere Welt von strukturellen Unsicherheiten geprägt“, erläuterte zu Beginn Dr. Christian Grünwald, Foresight Director bei Z_punkt, einem Beratungsunternehmen für strategische Zukunftsfragen, das gemeinsam mit der Prognos AG das Zukunftsbüro des BMBF bildet. „Im Umgang mit diesen Unsicherheiten wird es wichtiger, dass wir uns die Frage stellen: Was wäre, wenn …? Also sogenannte spekulative Zukünfte entwickeln, um die eigene Überraschungsfähigkeit zu stärken“, so Grünwald weiter. „Denn je überraschungsfähiger wir sind, desto resilienter können wir auch sein.“ Dafür müssten wir auch Vorstellungen durchdenken, die aus heutiger Sicht eher wenig plausibel erscheinen – und ein Science-Fiction-Workshop könne dabei helfen, diesen Raum an Vorstellungen zu öffnen.
In den anschließenden Präsentationen, illustriert von ebenso detaillierten wie lebendigen Graphic Recordings aus den Workshops, lösten die Autorinnen und Autoren mit ihren Präsentationen eindrucksvoll Grünwalds Versprechen ein – und öffneten faszinierende Denk- und Ideenräume. Zunächst schlug Theresa Hannig mit den Szenarien „Fridays for Future gewinnt“ und „Gemeinschaftliches Zusammenleben mit nicht-menschlichen Lebensformen“ einen Bogen von der Weltherrschaft der „Generation Greta“ bis zur ambivalenten Vorstellung von gezüchteten Haussklaven und „lebenden Robotern“. Es folgte das als Satire gemeinte Szenario „Fake World“, bevor Angela und Dr. Karlheinz Steinmüller über „Eine Welt voller Genies“ sowie einen möglichen Kontakt mit außerirdischen Lebensformen nachdachten.
Den Autorinnen und Autoren sei es gelungen, die im wissenschaftlichen Foresight-Prozess identifizierten Themen noch einmal weiterzudenken, zeigte sich Christian Grünwald hinterher beeindruckt. Auch habe das Format eine wunderbare Möglichkeit geboten, über den Chat und Umfragen mit den Bürgerinnen und Bürgern ins zu Gespräch zu kommen – ein ausdrückliches Ziel des BMBF. Denn am Ende, so Grünwald, stehe über allem die Frage: In welcher Zukunft wollen wir leben? Der Antwort auf diese Frage waren alle Beteiligten und Zuschauenden dieses kurzweiligen Abends zumindest ein kleines Stück nähergekommen.
Programm
- Eröffnung und Einführung
- Im Gespräch mit Dr. Christian Grünwald
- Vorstellung der Autorinnen und Autoren
- Im Gespräch mit Theresa Hannig
- Im Gespräch mit Angela und Dr. Karlheinz Steinmüller
- Verabschiedung