Arbeiterkulturverlag

Verlagsprospekt 1974/75.
Der Arbeiterkulturverlag war ein
deutscher
Kleinverlag, zuletzt mit Sitz in
Düsseldorf.
Geschichte
»Der „Arbeiterkulturverlag“ (AKV) war ein kleiner linker Verlag, der zuerst 1974 mit drei Titeln ... und 1975 mit einem Titel seiner Reihe Kulturkampf an die Öffentlichkeit trat. Ansässig war er in Essen und Köln, den Wohnorten seiner beiden Macher, später dann in Düsseldorf und Köln. Ab 1976 erschienen in der Edition Kultur und Klasse Neudrucke und Übersetzungen von Schriften aus der kommunistischen Arbeiterbewegung. Betrieben wurde der Verlag von dem Arzt Dr. Reinhard Merker und dem Lektor Frank Rainer Scheck (* Mai 1948, † April 2013). ...
Mir nicht bekannt ist, wo sich der Verlag in seiner Frühzeit ideologisch-politisch positioniert hat. Vermutlich waren die den Verlag tragenden Personen Produkte der ML-Bewegung, „Einzelkämpfer“, die sich schon früh mit Fragen der marxistischen Theorie beschäftigten. Ab ca. 1977 nahmen sie an diversen Konferenzen der neuen Strömung einer Hauptseite Theorie ... teil. Der AKV ging später in der AWL (Arbeitsgruppe Westdeutsche Linke) auf. Ab Anfang 1987 sind keinerlei Aktivitäten des AKV mehr festzustellen. Vermutlich löste er sich auf.«[1]
»Der Arbeiterkulturverlag, gegründet im April 1974, hat in seiner Reihe Kulturkampf bisher die Auseinandersetzung mit sozialpsychologischem Sektierertum (Emanzipation und Revolution. Kritik an Duhm), intellektuellem Ostblockrevisionismus (Stanislaw Lem, ein moderner Revisionist) und dem linken Zirkelwesen der BRD geführt (Intelligenz und Sozialismus). Im April 1975 wird die Untersuchung Faschismus und Phantastik erscheinen.
Der AKV befaßt sich mit drei programmatischen Schwerpunkten: Dem Kampf gegen neofaschistische Tendenzen der imperialistischen Massenkultur, der Kritik kleinbürgerlicher Abweichungen in der BRD-Linken und der Frage der organisatorischen Eingliederung von Kulturschaffenden in den proletarischen Klassenkampf. ... Nicht nur mit der Reihe Kulturkampf, sondern auch in einer für 1975 geplanten Literaturzeitung will der Verlag seine Anliegen vertreten. ...«[2]
Verlagsprogramm
Von den sieben (?) zwischen 1974 und 1977 erschienen Titeln berühren zwei das Thema Science Fiction:
- Frank Rainer Scheck: Stanislaw Lem - Ein moderner Revisionist
- Stalin spricht mit H. G. Wells. Essen, 1977.
Weblinks
- Zum Arbeiterkulturverlag: Webseite der Datenbank Materialien zur Analyse von Opposition (MAO).
- Text des Stalin-Interviews auf Sascha's Welt.
- Text des Stalin-Interviews in dem marxistisch-leninistischen Online-Magazin Der Revolutionär.
- Reinhard Merker in der
Internet Speculative Fiction Database (englisch) - Literatur von und über Reinhard Merker im Katalog der
Deutschen Nationalbibliothek - Frank Rainer Scheck in der
Internet Speculative Fiction Database (englisch) - Literatur von und über Frank Rainer Scheck im Katalog der
Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
- ↑ Artikel Zum Arbeiterkulturverlag (AKV). Auf: Webseite der Datenbank Materialien zur Analyse von Opposition (MAO).
- ↑ Selbstdarstellung in: Gegentakt - Ideologiekritisches Literaturmagazin Nr. 1. Selbstverlag, Hoisbüttel 1975, S. 10.

