Utopia Zukunftsroman

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Utopia Zukunftsroman war eine deutsche Science Fiction-Romanheftreihe.

Bibliografisches

Von 1953 bis zum 16. September 1968 erschien die SF-Romanheftreihe Utopia-Zukunftroman im Pabel Verlag, Rastatt. Sie wurde mit Heft Nr. 596 eingestellt.

Historie

Mit einem Umfang von 48 Seiten und einem Preis von DM 0,50 startete der Heftroman-Verleger Erich Pabel unter Mitarbeit des Lektors Kurt Bernhardt die anfangs vierzehntäglich erscheinende Utopia-Reihe im Jahre 1953 mit den Worten: »Utopia, eine neue Zukunftsserie, die in ihrer Art in Deutschland einmalig und in Amerika unter dem Begriff Science Fiction-Literatur bekannt ist. Von Millionen werden dort seit langem diese utopischen Romane gelesen, die sich auf der Grundlage von wissenschaftlichen Ideen mit der Zukunft der Technik befassen. In ihnen werden moderne Abenteuer, phantastische Erlebnisse im interplanetaren Raum, die heute noch als Utopie angesehen sind, aber morgen vielleicht schon Tatsache sind, in fesselnder Form geschildert. Die deutsche UTOPIA-Serie erscheint vierzehntäglich, Preis 50 Pfennig.«

Der Verlag Erich Pabel, zeitweilig mit vier utopischen Reihen auf dem Markt vertreten und ihn anfangs sogar beherrschend, führte diese Serie zunächst mit den Abenteuern des Raumfahrers Jim Parker ein. Utopia war die erste SF-Heftreihe in der Bundesrepublik nach dem Kriege. Nach 43 Serienabenteuern Jim Parkers (verfaßt unter dem Verlagspseudonym Alf Tjörnsen) wurden auch serienunabhängige Stoffe in die Reihe hineingenommen. Gelegentliche Jim-Parker-Hefte erschienen vereinzelt auch weiterhin, und später versuchte man Serienhelden wie Mark Powers und Chet Morrow (unter dem Titel Ad Astra) einzuführen. Schließlich tauchten unter den ersten Utopia-Heften auch Übersetzungen auf, darunter Autoren wie Noel Loomis, Frank M. Robinson, Manly Wade Wellman, John Bloodstone, Ross Rocklynne, Leigh Brackett, Lloyd Arthur Eshbach sowie Titel von John W. Campbell und Murray Leinster. Wenig später wurden Preis und Seitenzahl erhöht, was zur Folge hatte, dass man für Übersetzungen auch auf längere Geschichten zurückgriff, die auf Heftchenlänge zusammengekürzt werden mussten (vorher hatte man vornehmlich Novellen ungekürzt publiziert). Ein Rückblick auf die 596 erschienenen Titel zeigt, daß der Hauptanteil der Veröffentlichungen zum Bodensatz der Science Fiction zählt: banalste Produkte deutscher Autoren (Ed Kinson, Roy Chester, J. E. Wells, Henry Walter, Gert Sandow, Peter Brock etc.) und in der Regel katastrophale Übersetzungen zudem noch drittklassiger ausländischer SF-Schreiber (Festus Pragnell, Ray Cummings, Kenneth Robeson, Jimmy Guieu, R. Lionel Fanthorpe): Sie waren für das Gesamtbild leider noch bestimmender als die Routiniers Clark Darlton, K. H. Scheer, Murray Leinster, Fletcher Pratt, E. C. Tubb oder die gelegentlichen Titel von Arthur K. Barnes, Marion Zimmer Bradley, Stanley G. Weinbaum, Margaret St. Clair, Brian W. Aldiss, James Blish, James E. Gunn, Jack Williamson, John Brunner oder Philip Jos Farmer. Unter den letzten 200 Bänden befanden sich allerdings Anthologien von - am Standard für Heftpublikationen gemessen - teilweise auserlesener Qualität mit Autoren wie Frederik Pohl, J. G. Ballard, Avram Davidson, Jack Vance und Philip José Farmer.

Weblink

Artikel Utopia auf der Webseite Heftromanarchiv.

Einzelnachweis

Lexikon der Science Fiction Literatur, Band 2, S. 1069-1070