Utopie oder Realität? (Tagung)

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Utopie oder Realität?

Die Tagung Utopie oder Realität? Rolle und Wirkung von Science-fiction-Konsum auf die politische Bewußtseinsbildung junger Menschen fand vom 23. bis 25. Oktober 1981 in der Akademie Sankelmark in Sankelmark statt.

Veranstalter

Veranstalter war die Akademie Sankelmark im Deutschen Grenzverein e. V.

Zielsetzung

Im Spannungsfeld zwischen Politik und Literatur nimmt Science-fiction Literatur einen herausragenden Platz ein. Dort, wo sie technische Entwicklungen aufzeigt, wo sie vor allem auch vermutete oder befürchtete Auswirkungen dieser Techniken auf die menschliche Gesellschaft beschreibt, wird der politische Gehalt dieser Literaturgattung offensichtlich; aber auch wenn sie - wie Trivialliteratur überhaupt - bloß unterhalten will, provoziert sie die Frage, ob mit märchenhaften Schilderungen vergangener, paralleler, künftiger Welten nicht nur vom Elend der Gegenwart abgelenkt werden soll. Andererseits wird mit Unterhaltung ein legitimes Bedürfnis nach Entspannung befriedigt. Und doch besteht die Gefahr, daß auf dem Umweg über die Unterhaltung unmerklich politische Einstellungen vermittelt werden. Der Konsum von Trivialliteratur wird in dieser Sicht zu einem wichtigen Faktor der Bewußtseinsbildung gerade junger Menschen, Ob solche Wirkungen auftreten, wie sie festzustellen und zu beschreiben sind, darüber wird vielfach nur spekuliert,

Die Tagung will den Versuch unternehmen, über die bloße Spekulation hinaus konkrete Aussagen über die Wirkung eines Teilbereiches der Trivialliteratur, der Science-fiction nämlich, zu machen. Sie wendet sich in erster Linie an Leser von Science-fiction, aber auch an interessierte Lehrer und Eltern. Sie sollen ihre Vorstellungen vom Zustand unserer Erde formulieren und auch ihre Hoffnungen, Ängste, Erwartungen und Wünsche für eine zukünftige Entwicklung ausdrücken. Daß dies spielerisch geschieht und mit den Mitteln, die Science-fiction bietet, versteht sich von der Themenstellung her von selbst. Die Teilnehmer werden in kleinen Gruppen diskutieren, zu denen als Gesprächspartner namhafte Autoren und Verlagsvertreter als "Phantasie-Katalysatoren" gebeten werden, Die Ergebnisse aus diesen Arbeitsgruppen bilden die Grundlage des Gespräches über die Wirkung von Science-fiction, zu dem neben den "SF-Machern" Vertreter der Pädagogik und Soziologie eingeladen sind.[1]

Programm

Freitag, 23.10.
18 Uhr: Abendessen.
19 Uhr: Begrüßung, Eröffnung, Einführung in das Thema der Tagung.
Samstag, 24.10.
 9 Uhr: "Delegationsspiel"
Die Teilnehmer formulieren in Kleingruppen ihre Kenntnis vom gegenwärtigen Entwicklungsstand der Erde.
anschl. Berichte im Plenum.
15 Uhr: "Zeitmaschinenspiel"
Die Teilnehmer formulieren in Kleingruppen ihre Vermutungen über künftige Entwicklungen.
anschl. Berichte im Plenum.
Sonntag, 25.10.
 9 Uhr: Science-fiction - Beitrag zur Zukunftsbewältigung oder Flucht aus der Gegenwart
Gespräch über die Wirkungen von Science Fiction.
11 Uhr: Auswertung der Tagung
12 Uhr: Mittagessen, anschl. Abreise

Teilnehmer

Gesprächsteilnehmer in den Gruppen
  • Dr. Reinmar Cunis, NDR Hamburg
  • cand.mag. Cay Dollerup, Universität Kopenhagen
  • Gert Fabrin, Dragsholm-Bibliothek, Asnaes (DK)
  • Walter Fuchs, Pabel-Verlag, Rastatt (angefragt)
  • Prof. Dr. Walter Jaide, Forschungsstelle für Jugendfragen, Hannover (angefragt)
  • Wolfgang Jeschke, Heyne-Verlag, München
  • Dr. Rudolf Sussmann, München (Tagungsleiter)

Weblink

Einzelnachweis

  1. Veranstaltungsflyer.