Wolf Detlef Rohr

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Wolf Detlef Rohr (häufig kurz W. D. Rohr; * 1928 in Breslau; † 26. Mai 1981 in Augsburg(?)) war ein deutscher Schrifsteller, Literaturagent und Teil des SF-Fandoms. Er verwendete auch die Pseudonyme Wayne Coover, Allan Reed und Jeff Caine.


Leben

Der aus Breslau stammende Wolf Detlef Rohr wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs zur Wehrmacht eingezogen und kam nach Kriegsende nach Süddeutschland. Nach diversen Gelegenheitsjobs fing er ab 1950 an, sich als Autor zu betätigen.

Zwischen 1950 und 1960 verfasste er mehr als 100 Romane, speziell in den Heftreihen Utopia, Terra und Luna Utopia.[1] Häufig versuchte er darin die Brücke zwischen Kriminalroman und Science Fiction zu schlagen. Rohrs Romane folgten meist einem einfachen Handlungsschema. Seine Helden waren in der Regel Wissenschaftler, Reporter und Techniker, während die die gesellschaftlichen Verhältnisse der 1950er Jahre unreflektiert widergegeben wurden.[1] Teils wurden seine Werke als „Trivial-SF“ beschrieben.[2] Kommerziell waren sie aber durchaus erfolgreich. Er gründete in den 1950er-Jahren die Buch- und Presseagentur Augsburg.[3]

Der damals in Augsburg ansässige Rohr war schon früh Mitglied im Science Fiction Club Deutschland. Neben Walter Ernsting, Heinz Bingenheimer und Karl-Herbert Scheer zählte er in der Frühzeit der deutschen SF zu deren Leitfiguren.

Sein Einfluss zeigte sich unter anderem darin, dass Rohrs Presseagentur ab Ausgabe drei für den Druck des SFCD-Magazins Andromeda verantwortlich war. Von 1958 bis 1960 gab Rohr das erste professionell gedruckte, deutschsprachige Fanmagazin, Blick in die Zukunft, heraus, anfangs noch gemeinsam mit Walter Ernsting. W. D. Rohr war zudem Kopf der Augsburger Gruppe des SFCD.

Rohr unterhielt zunächst ein freundschaftliches Verhältnis zum Perry-Rhodan-Miterfinder und SFCD-Gründer Ernsting. 1958 kam es zum Bruch zwischen den Beiden.[4] Während Ernsting eine eher idealistische, fanorientierte Vision für den SFCD hatte, befürwortete Rohr dessen Ausrichtung hin zu einem kommerziellen Buchclub.

Der SFCD, der zwischenzeitlich in Science Fiction Club Europa (SFCE) umfirmiert worden war, erlebte kurz darauf eine Spaltung, welche auf den Konflikt zwischen Ernsting und Rohr zurückzuführen war. Ernsting gründete im Januar 1959 die Science Fiction Union Europa (SFUE), während der „alte“ SFCE nun unter die Leitung Rohrs kam. 1959 stellte sich heraus, dass der SFCD rechtlich nie aufgelöst worden war, weshalb Ernstings SFUE kurz darauf in den wiederbelebten SFCD zurückgeführt wurde. Dies wurde von Rohr juristisch angefochten. Auch mit ihm eher feindlich gesonnenen Fanzines, wie etwa Munich Round Up, lieferte sich Rohr Ende der 1950er-Jahre diverse Fehden. Über den eskalierenden Streit wurde auch im internationalen Fandom berichtet.[5]

Innerhalb des Fandoms genoss Ernsting mit seinem idealistischen Ansatz deutlich stärkeren Rückhalt, als Rohr mit seiner Vision von der Professionalisierung und Gewinnorientierung. Der unter Rohrs Kontrolle verbliebene SFCE scheiterte wenig später. Um 1960 zog sich W. D. Rohr komplett aus der Science Fiction und dem Schreiben von Romanen zurück.

1960 wurde er zeitweiliger Chefredakteur des kurzlebigen Jugendmagazins Hallo und betrieb einen Film-Funk-TV-Pressedienst.[6]. Quellen zufolge arbeitete er danach bis zu seinem frühen Tod 1981 in der Werbebranche.

Quellen