Julian Parr

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Julian Parr (* 03.08.1923 in Stoke-on-Trent, Großbritannien; † Dezember 2003) war besonders in den 1950iger Jahren im deutschen Science Fiction-Fandom aktiv. Er veröffentlichte auch Artikel unter dem Pseudonym Anton Ragatzy. Hans Frey nennt ihn den "Idealtypus des Fans, sozusagen der britisch-deutsche Forrest J. Ackerman ..."[1]

Leben

Julian Parr wuchs in Großbritannien auf und kam zunächst als Mitarbeiter des Britischen Generalkonsulats nach Düsseldorf, später übernahm er die Geschäftsführung der britischen Handelskammer in Deutschland. Er wurde im Jahr 1999 mit dem Verdienstkreuz am Bande durch das Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.[2]

Parr war, zumindest in den 1950er Jahren, engagiertes Mitglied der Fortean Society und versuchte deren Sichtweisen in Deutschland zu verbreiten.[3] Auch in der Hochbegabten-Organisation Mensa war Parr Mitglied.[4]

Er verstarb in Folge einer längeren Alzheimer-Erkrankung im Dezember 2003.[4]

Science Fiction-Fandom

Seine ersten Errungenschaften im Fandom machte Parr mit 15 Jahren, als er 1939 den Stoke-on-Trent Science Fiction Club gründete, um sich mit anderen Science Fiction-Lesenden in seiner Heimatstadt zu verbinden, mit denen er Lesestoff austauschen konnte. Als er 1941 der Airforce beitrat, löste sich der Club auf.[5]

In Deutschland trat Parr zunächst mit Walter Ernsting in Kontakt. Gemeinsam gründeten sie den Science Fiction Club Deutschland, in dessen Vorstand Parr zunächst in beratender Funktion tätig war, ab den ersten Vorstandswahlen dann als Auslandskorrespondent. Am 1. April 1958 trat er endgültig aus dem Vorstand aus.[6] Er erhielt zu einem bisher nicht bekannten Zeitpunkt die Ehrenmitgliedschaft im SFCD.

Noch in den 1950er Jahren zog er sich aus dem überregionalen Fandom zurück, leitete jedoch noch die SF Städtegruppe Düsseldorf/Duisburg.

Ab 1983 war Julian Parr Mitglied der SFCD-Regionalgruppe Niederrhein.[7]

Im Jahr 2002 sah man ihn zum letzten Mal auf einem Con in Köln. [2]

Einzelnachweise

  1. Hans Frey: Optimismus und Overkill. Berlin 2021, S. 88.
  2. 2,0 2,1 Goodbye, Julian. In: Fandom Observer Ausgabe 184, Oktober 2004, S. 13. Link
  3. Joshua Blu Buhs: Julian F. Parr as a Fortean. Link
  4. 4,0 4,1 Birgit Fischer: Nachruf. In: Andromeda Nachrichten Ausgabe 204 (2004), S. 14.
  5. Julian Parr 1923-2003. In: CounterClock Ausgabe 14, Mai 2013, S. 6. Link
  6. Rolf Heuter: SFCD Sonderdruck 3 (1983), S. 98.
  7. Mitgliedsnummer 0027.