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Mitte der 2000er-Jahre zog Steinseifer zurück in seine bayerische Heimatstadt Rosenheim, wo auch sein Bruder Bernd lebte. 2015 erhielt er den [[Deutscher Fantasy Preis|Deutschen Fantasy Preis]] für „seine Pionierleistung bei der Popularisierung des Fantasy-Rollenspiels in Deutschland“. | Mitte der 2000er-Jahre zog Steinseifer zurück in seine bayerische Heimatstadt Rosenheim, wo auch sein Bruder Bernd lebte. 2015 erhielt er den [[Deutscher Fantasy Preis|Deutschen Fantasy Preis]] für „seine Pionierleistung bei der Popularisierung des Fantasy-Rollenspiels in Deutschland“. Im selben Jahr gab er auch die Leitung seines Magira-Clans (Drachenorden von Ranabar) ab.<ref>[https://www.hermannritter.de/index.php?title=FOLLOW_wird_50 FOLLOW wird 50] auf ''hermannritter.de''</ref> | ||
In seinen letzten Lebensjahren litt Dieter Steinseifer an den zunehmenden Folgen einer Demenzerkrankung, die schließlich dazu führte, dass er sein Mitwirken im Fandom ganz einstellen musste. Um 2010 erschien die letzte Ausgabe seines [[Flieger]]-Zines, mutmaßlich 2011 folgten seine letzten Beiträge in anderen Fanzines. Er verstab am 30.12.2020 in Rosenheim.<ref>[https://trauer.ovb-online.de/traueranzeige/dieter-steinseifer Todesanzeige Dieter Steinseifer] im ''Oberbayerischen Volksblatt''</ref> | In seinen letzten Lebensjahren litt Dieter Steinseifer an den zunehmenden Folgen einer Demenzerkrankung, die schließlich dazu führte, dass er sein Mitwirken im Fandom ganz einstellen musste. Um 2010 erschien die letzte Ausgabe seines [[Flieger]]-Zines, mutmaßlich 2011 folgten seine letzten Beiträge in anderen Fanzines. Er verstab am 30.12.2020 in Rosenheim.<ref>[https://trauer.ovb-online.de/traueranzeige/dieter-steinseifer Todesanzeige Dieter Steinseifer] im ''Oberbayerischen Volksblatt''</ref> | ||
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Version vom 2. Dezember 2024, 12:12 Uhr

Dieter Steinseifer (* 15. Februar 1941 in Rosenheim ?; † 30. Dezember 2020 in Rosenheim; auch DiSt genannt) war ein langjähriges Mitglied des deutschen Fantasy- und Science-Fiction-Fandoms. Er gehörte zudem zu den Pionieren der deutschsprachigen Pen&Paper-Rollenspiele.
Leben
Dieter Steinseifer stammte aus Rosenheim. Nach dem Besuch des Gymnasiums begann er ein Studium der Physik[1], wenngleich er später in einem Nachruf von Hermann Ritter als Ingenieur bezeichnet wurde.[2]
Seit Ende der 1950er-Jahre war er im SF-Fandom aktiv und trat am 01.10.1958 in den Science Fiction Club Deutschland ein. In dieser Zeit begann er auch für Fanzines zu schreiben und sich mit viel Hingabe für den Club zu engagieren.
1963 gründete er die SFCD-Gruppe „Kontakt“.[3] 1965 berichtete er im Andromeda SF Magazin über die Gründung einer SFCD-Gruppe Rosenheim.[4] 1968 rief er in Rosenheim seinen eigenen Club ins Leben, den Science-Fiction-Club Luna, der zeitweise auch ein eigenes Fanzine, die Luna Times, herausgab und dem unter anderem auch Franz Ettl angehörte.[1]
1968 wurde er als Nachfolger von Axel Melhardt stellvertrender Vorsitzender des SFCD.[5] In dieser konfliktgeprägten Zeit, in die auch die Politisierung und Lagerbildung im Klub fiel, tat er viel, eine Auflösung oder ein Auseinanderbrechen des SFCD zu verhindern. Außerdem war er damals für einige Ausgaben Chefredakteur des SFCD-Clubmagazins Andromeda Nachrichten. 1975 wurde er in seinem Amt durch Jürgen Mercker abgelöst.
Publizistisch machte Dieter Steinseifer auch mit eigenen SF-Fanzines bzw. Egozines auf sich aufmerksam. Zu nennen sind hier Vorhut sowie insbesondere Flieger. Letzteres Magazin erschien seit mindestens Anfang der 1960er-Jahre bis in die späten 2000er-Jahre und brachte es auf 62 Ausgaben.[6]
Noch in den 1960er-Jahren begann er ein wachsendes Interesse für Fantasy zu entwickeln. Er war dabei als die Fantasy-Vereinigung Follow beim SFCD-Jahrestreffen 1966 in Wien von Hubert Straßl und Eduard Lukschandl gegründet wurde.[7] In der Folgezeit gehörte er zum harten Kern von Follow und wirkte dort an der Ausgestaltung der Welt Magira mit.[8] Er nahm aktiv an der Simulation und dem Bespielen Magiras teil; in Erinnerung blieb er auch als „Clanoberhaupt des Drachenordens von Ranabar“, den er 1970 beim Heicon ´70 gründete und als „Waran Jand“ viele Jahre leitete. Als Fanzine des Drachenordens brachte er auch ein weiteres, eigenes Fanzine heraus: Den Drachenbrief.
Ab den 1970ern bis Mitte der 2000er-Jahre lebte Dieter Steinseifer in der Nähe von Paderborn.[9][10]
1976 brachte das FOLLOW-Mitglied Josef Ochmann Dungeons & Dragons von einem USA-Aufenthalt nach Deutschland mit. Im Sommer 1977, auf dem von Follow organisierten 6. Fest der Fantasie im bayerischen Gumattenkirchen, fand unter Ochmanns Leitung das erste „Übungsrollenspiel“ statt: Dabei wurde D&D als Regelbasis und Magira als Spielwelt verwendet. Dies war eine der ersten, wenn nicht sogar „die“ erste deutschsprachige Pen&Paper-Runde überhaupt. Teilnehmer waren damals unter anderem Jürgen und Elsa Franke, Gustav Gaisbauer und Eduard Lukschandl.[11] Im März 1978 startete Steinseifer bei einem Treffen in Marburg mit Abenteuer in Ranabar die zweite Rollenspiel-Kampagne überhaupt im Magira-Universum und möglicherweise auch die zweite deutschsprachige Kampagne überhaupt.[12]
Nachdem er zunächst noch gleichermaßen im Umkreis des SFCD und des Follow aktiv gewesen war, verschob sich sein Schwerpunkt Ende der 1970er-Jahre immer mehr in Richtung Fantasy und Follow. Ab 1978 gehörte er auch zum Ersten Deutscher Fantasy Club. 1984 moderierte er den 1. Kongress der Phantasie in Passau, bei dem er auch 1988, 1996 und 2004 als Moderator auftrat.
Mitte der 2000er-Jahre zog Steinseifer zurück in seine bayerische Heimatstadt Rosenheim, wo auch sein Bruder Bernd lebte. 2015 erhielt er den Deutschen Fantasy Preis für „seine Pionierleistung bei der Popularisierung des Fantasy-Rollenspiels in Deutschland“. Im selben Jahr gab er auch die Leitung seines Magira-Clans (Drachenorden von Ranabar) ab.[13]
In seinen letzten Lebensjahren litt Dieter Steinseifer an den zunehmenden Folgen einer Demenzerkrankung, die schließlich dazu führte, dass er sein Mitwirken im Fandom ganz einstellen musste. Um 2010 erschien die letzte Ausgabe seines Flieger-Zines, mutmaßlich 2011 folgten seine letzten Beiträge in anderen Fanzines. Er verstab am 30.12.2020 in Rosenheim.[14]
In Nachrufen wurde Dieter Steinseifer als hilfsbereiter, sympathischer, engagierter und fachkundiger Fan beschrieben, der zahlreiche Fanszenen entscheidend mitprägte.[15] Schon vor seinem Tod wurde er als „graue Eminenz in jedem deutschen phantastischen Fandom“ bezeichnet.[16]
http://www.concatenation.org/europe/SFCD_60.html
[17]
https://web.archive.org/web/20040923052045/http://www.ranabar.de/followclan/geschichte.html
https://www.zauberspiegel-online.de/index.php/durchblick-hintergrnde-mainmenu-15/fanwelten-mainmenu-181/137-der-wrfel-rollt-armeen-ziehen
https://www.coloniacon.de/cc23.pdf
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Ausgabe 112, Munich Round Up, S. 8
- ↑ Nachruf auf Dieter Steinseifer von Hermann Ritter
- ↑ Thomas Recktenwald: Dieter Steinseifer †, in Ausgabe 272, Andromeda Nachrichten, Januar 2021, S. 8-9
- ↑ Inhaltsverzeichnis Andromeda Nachrichten 50 auf sf-hefte.de
- ↑ Ehemalige Vorstandsmitglieder des Science Fiction Club Deutschland
- ↑ Zitat für 62 oder 63 Ausgaben benötigt!
- ↑ Dreifacher Geburtstag im Februar, in Fandom Observer 261 (03/2011)
- ↑ Rückblick: Treffen der SF-Gruppe Hannover vom Samstag, den 11.09.1999
- ↑ Ausgabe 120 des Fanzine-Kuriers (November 2004): Dieter Steinseifers Wohnort ist noch in Paderborn
- ↑ Ausgabe 131 des Fanzine-Kuriers (November 2006): Dieter Steinseifers Wohnort ist in Paderborn
- ↑ Manfred Roth: Am Anfang war Follow auf erainn.de
- ↑ Abenteuerrunde auf tally-ho.de
- ↑ FOLLOW wird 50 auf hermannritter.de
- ↑ Todesanzeige Dieter Steinseifer im Oberbayerischen Volksblatt
- ↑ Klaus N. Frick: Ich denke an Dieter Steinseifer, 20. Januar 2021, auf enpunkt.blogspot.com
- ↑ Manfred Roth: Midgard-Anekdoten
- ↑ https://sfcd.eu/file/a/751b0d6419309192.pdf