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Waldemar Kumming war ausgebildeter Ingenieur.<ref>[[Klaus N. Frick]]: [https://perry-rhodan.net/aktuelles/erinnerungen/der-redakteur-erinnert-sich-34 Der Redakteur erinnert sich: »sci-fi media« eröffnet den Blick auf die SF], auf perry-rhodan.net, 12. Oktober 2021</ref> | Waldemar Kumming war ausgebildeter Ingenieur.<ref>[[Klaus N. Frick]]: [https://perry-rhodan.net/aktuelles/erinnerungen/der-redakteur-erinnert-sich-34 Der Redakteur erinnert sich: »sci-fi media« eröffnet den Blick auf die SF], auf perry-rhodan.net, 12. Oktober 2021</ref> In der Nachkriegszeit arbeitete er als Tontechniker für ''Radio Free Europe''.<ref>[https://efanzines.com/CounterClock/CoClock-15.pdf CounterClock #15], S. 20</ref> | ||
In den 1950er-Jahren legte Kumming den Grundstock für eine umfangreiche Phonothek des [[Science Fiction Club Deutschland]] (SFCD). Er war bekannt dafür, dass er alle Cons, die er besuchte, auf Tonband aufzeichnete.<ref name="nachrufan">[[Ralf Bodemann]]: Nachruf auf Waldemar Kumming, in: [https://sfcd.eu/file/a/1076047a9526492.zip Andromeda Nachrichten #258], S. 6</ref> | In den 1950er-Jahren legte Kumming den Grundstock für eine umfangreiche Phonothek des [[Science Fiction Club Deutschland]] (SFCD). Er war bekannt dafür, dass er alle Cons, die er besuchte, auf Tonband aufzeichnete.<ref name="nachrufan">[[Ralf Bodemann]]: Nachruf auf Waldemar Kumming, in: [https://sfcd.eu/file/a/1076047a9526492.zip Andromeda Nachrichten #258], S. 6</ref> | ||
Von 1958 an gab | Von 1958 an gab er über Jahrzehnte [[Munich Round Up]] (MRU), das Fanzine der Münchner Sektion des SFCDs, heraus. Zunächst veröffentlichte er die MRU gemeinsam mit [[Walter Reinicke]], nach dessen Tod 1981 dann alleine. In den 1960er-Jahren hatte er großen Anteil daran, einen Zerfall der deutschen SF-Fanbewegung zu verhindern. 1962 wurde er Nachfolger von [[Karl Herbert Scheer]] als Vorstand des [[Stellaris SF Interessengemeinschaft|SSFI]], welcher wegen etlicher Differenzen ursprünglich als Konkurrenz zum [[Science Fiction Club Deutschland]] (SFCD) gegründet worden war. Nach zwei Monaten wurde unter seiner Führung der SSFI mit dem SFCD wiedervereinigt. Kumming löste dabei auch [[Walter Ernsting]] als 1. Vorsitzenden des vereinigten SFCD ab. In diesem Amt verblieb er sechs Jahre lang. | ||
1980 erhielt er im Rahmen der Verleihung des European Science Fiction Society Award bei der [[Eurocon]] in Stresa einen Special Award als Fan. Für die Herausgabe des MRU und sein Lebenswerk wurde er 1986 mit dem Deutschen Fantasy Preis und 1993 mit dem [[Kurd-Laßwitz-Preis]] ausgezeichnet. An der Eurocon 1984 in Brighton nahm er als Ehrengast teil. Auf der Worldcon 2005 in Glasgow wurde ihm der Big Heart Award überreicht. | 1980 erhielt er im Rahmen der Verleihung des European Science Fiction Society Award bei der [[Eurocon]] in Stresa einen Special Award als Fan. Für die Herausgabe des MRU und sein Lebenswerk wurde er 1986 mit dem Deutschen Fantasy Preis und 1993 mit dem [[Kurd-Laßwitz-Preis]] ausgezeichnet. An der Eurocon 1984 in Brighton nahm er als Ehrengast teil. Auf der Worldcon 2005 in Glasgow wurde ihm der Big Heart Award überreicht. | ||
Version vom 2. Dezember 2024, 18:44 Uhr
Waldemar Kumming (*31. Juli 1924 in Berlin[1]; † 5. April 2017 in München) war im deutschen Science Fiction-Fandom aktiv. In den 1960er-Jahren war er Vorsitzender des Science Fiction Club Deutschland und gab von 1958 bis 2014 das Fanzine Munich Round Up heraus.
Leben und Werk
Waldemar Kumming war ausgebildeter Ingenieur.[2] In der Nachkriegszeit arbeitete er als Tontechniker für Radio Free Europe.[3]
In den 1950er-Jahren legte Kumming den Grundstock für eine umfangreiche Phonothek des Science Fiction Club Deutschland (SFCD). Er war bekannt dafür, dass er alle Cons, die er besuchte, auf Tonband aufzeichnete.[4]
Von 1958 an gab er über Jahrzehnte Munich Round Up (MRU), das Fanzine der Münchner Sektion des SFCDs, heraus. Zunächst veröffentlichte er die MRU gemeinsam mit Walter Reinicke, nach dessen Tod 1981 dann alleine. In den 1960er-Jahren hatte er großen Anteil daran, einen Zerfall der deutschen SF-Fanbewegung zu verhindern. 1962 wurde er Nachfolger von Karl Herbert Scheer als Vorstand des SSFI, welcher wegen etlicher Differenzen ursprünglich als Konkurrenz zum Science Fiction Club Deutschland (SFCD) gegründet worden war. Nach zwei Monaten wurde unter seiner Führung der SSFI mit dem SFCD wiedervereinigt. Kumming löste dabei auch Walter Ernsting als 1. Vorsitzenden des vereinigten SFCD ab. In diesem Amt verblieb er sechs Jahre lang.
1980 erhielt er im Rahmen der Verleihung des European Science Fiction Society Award bei der Eurocon in Stresa einen Special Award als Fan. Für die Herausgabe des MRU und sein Lebenswerk wurde er 1986 mit dem Deutschen Fantasy Preis und 1993 mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet. An der Eurocon 1984 in Brighton nahm er als Ehrengast teil. Auf der Worldcon 2005 in Glasgow wurde ihm der Big Heart Award überreicht.
Nachdem er über Jahrzehnte auf hunderten Cons war, ließ Waldemar Kumming im April 2009 über Thomas Recktenwald mitteilen, dass er aufgrund seines Gesundheitszustands keine weiteren Cons mehr besuchen könne.[5] Das Fanzine Munich Round Up gab er noch bis Sommer 2014 heraus, Ausgabe 179 war die Letzte.[6]
Am 5. April 2017 verstarb Kumming.
Weblink
- Wolf von Witting: In Memoriam Waldemar Kumming. Auf: file770.com Mike Glyer's News of SF Fandom.
Quellen
- ↑ Bibliography mit Kurzdaten zu Waldemar Kumming
- ↑ Klaus N. Frick: Der Redakteur erinnert sich: »sci-fi media« eröffnet den Blick auf die SF, auf perry-rhodan.net, 12. Oktober 2021
- ↑ CounterClock #15, S. 20
- ↑ Ralf Bodemann: Nachruf auf Waldemar Kumming, in: Andromeda Nachrichten #258, S. 6
- ↑ Waldemar Kumming nimmt Abschied auf scifinet.org/scifinetboard
- ↑ Klaus N. Frick: Munich Round Up 179