Winfried Petri
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Winfried Wilhelm Eduard Emil Petri (* 4. September 1914 in
Braunschweig[1]; † 11. April 2000) war ein deutscher Wissenschaftshistoriker, Übersetzer und Herausgeber. Im SF-Bereich blieb er vor allem als Übersetzer von Werken mit komplexem wissenschaftlichem Unterbau in Erinnerung.
Petri studierte in Berlin Orientalische Sprachen, sowie Mathematik und Physik.[2] Es folgten unterschiedlichste Tätigkeiten, darunter ab 1932 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Preußischen Akademie der Wissenschaften, wo er an einem Ägyptischen Wörterbuch mitarbeitete und zu Griechischen Kirchenvätern publizierte, Segelflugschulungen beim deutschen Luftsportverband, eine Funkerausbildung bei der Luftwaffe, eine Tätigkeit als Entwicklungsbauaufsichtsingenieur im Reichsluftfahrtministerium, eine Promotion zu Orientalischer Philologie im Jahr 1943 sowie als Fliegerhauptingenieur im Jägerstab.[3][4] Er nahm schließlich am Zweiten Weltkrieg teil und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach Kriegsende verdingte er sich von 1946 bis 1950 als Bergmann und legte 1948 die Hauerprüfung ab.
Ab 1950 war er an der Universitätssternwarte München beschäftigt und kam 1965 zum Institut für die Geschichte der Naturwisssenschaften an der Universität München. Dort habilitierte er sich 1967 und war ab 1971 außerplanmäßiger Professor.
Petri gehörte dem Science Fiction Club Deutschland an und lieferte einige Beiträge zum Münchner Fanzine Munich Round Up. 1966 trat er als sechstes Mitglied überhaupt in die Fantasy-Vereinigung FOLLOW ein. Dort brachte er es als Eremit Widukind ab 1974 auch zum Lord. 1994 erhielt er den Deutschen Fantasy Preis für „seine Verdienste um Science Fiction und Phantastik, indem er die Fangemeinschaft über viele Jahrzehnte hinweg an seinem umfassenden und profunden Wissensschatz teilhaben ließ“.
Zu den Autoren, die Petri ins Deutsche übersetzte, gehörten unter anderem Gregory Benford, Kim Stanley Robinson und Greg Bear.
Anekdotisches
Wolfgang Jeschke hat Horst Pukallus Folgendes erzählt: Petri habe zu den Heyne-Übersetzern gehört, die Jeschke in den Wahnsinn trieben. Winfried Petri hielt sich ausschließlich an das Wissenschaftliche. Sobald im Text etwa jemand eine Frau in den Arm nahm und sie küsste, hielt er das für unwissenschaftlich und überflüssig, sodass er den Abschnitt nicht übersetzte, sondern nur "Etc. Usw." hinschrieb. Jeschke musste auf diese Sache achten und dann die Übersetzung ergänzen lassen.
Weblinks
- Literatur von und über Winfried Petri im Katalog der
Deutschen Nationalbibliothek. - Winfried Petri in der
Internet Speculative Fiction Database (englisch). - Winfried Petri in der Bibliographie deutschsprachiger Science-Fiction-Stories und Bücher (Stories Artikel Bücher Herausgeber).
- Winfried Petri in der Bibliographie deutschsprachiger Science-Fiction-Stories und Bücher: Übersetzungen (Stories Bücher).
Einzelnachweise
- ↑ Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs, Ronald M. Hahn, Wolfgang Jeschke: Lexikon der Science Fiction Literatur, Band 2. Heyne, München 1980, S. 1199, ISBN 3-453-010647.
- ↑ PETRi, Winfried in Persons of Indian Studies
- ↑ Winfried Petri (1914-2000) - Nachruf von Florian Breitsameter auf sf-fan.de
- ↑ Mitgliederverzeichnis der Astronomischen Gesellschaft (Stand 30. 4. 1978), S. 246